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Das stŠrkste Funksignal gewinnt
- Zweisprachigkeit und
Verdichtung von Gehirnsubstanz
13. Oktober 2004
Das stŠrkste Funksignal gewinnt
Gehirn verarbeitet Bilder, indem es widersprŸchliche
Signale gegeneinander aufrechnet
Berlin - Das menschliche
Gehirn verarbeitet Bilder, indem es widersprŸchliche Signale verschiedener
Nervenzellen in einem recht einfachen Mechanismus gegeneinander aufrechnet:
Die Hirnpartie, die am stŠrksten funkt, gewinnt. Dies ist das Ergebnis
einer Studie der Berliner Charite, die in der neuesten Ausgabe von "Nature"
veršffentlicht wird.
Eine Forschergruppe um den Neurologen Hauke Heekeren hatte zwšlf gesunden
Testpersonen Bilder vorgelegt, die entweder ein Haus oder ein Gesicht
zeigten. Die Bilder waren unterschiedlich scharf. Mit Messungen am Gehirn
konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass fŸr die Erkennung des Gesichts
eine andere Nervengruppe im ventralen SchlŠfenlappen zustŠndig ist als
fŸr das Haus.
†bergeordnetes "Entscheidungszentrum"?
War das Gesicht auf dem Foto klar und deutlich zu erkennen, gab die zustŠndige
Neuronengruppe besonders starke Signale ab, die fŸr die Erkennung des
Hauses zustŠndige Gruppe hingegen funkte nur schwach, wie die Charite
erlŠuterte. Bei scharfen Bildern des Hauses war es umgekehrt. Ein Ÿbergeordnetes
"Entscheidungszentrum" rechne beide Signale gegeneinander auf und bestimme
so, was als Botschaft im Gehirn verarbeitet wird, interpretieren die Forscher
ihre empirischen Ergebnisse.
"Je verschwommener die Bilder, desto lŠnger muss das Entscheidungszentrum
die Differenz zwischen den Signalen aus den Neuronengruppen vergleichen,
um eine Entscheidung zu fŠllen", erklŠrte Heekeren. Bei neurologischen
und psychiatrischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Altersverwirrtheit
oder Schizophrenie kšnne die Entscheidungsfindung gestšrt sein. Er hoffe,
dass seine Forschungsergebnisse helfen kšnnen, diese Fehlfunktionen aufzuklŠren.
(APA/red)
13. Oktober 2004 13:57
Dichte
Hirnsubstanz bei Zweisprachigen
Graue Substanz
in der Gehirnregion nimmt umso stŠrker zu, je besser man eine zweite Sprache
beherrscht
derstandard.at
Nature
London - Wer zweisprachig aufwŠchst, hat eine dichtere graue Hirnsubstanz.
Das Lernen einer zweiten Sprache scheine die Struktur des Gehirns zu verŠndern,
berichten britische und italienische Forscher im Fachjournal "Nature".
Die Beobachtung stŸtze die wachsende Zahl von Hinweisen darauf, dass sich
die Struktur des Gehirns in Anpassung an Umweltanforderungen verŠndern
kann.
Gehirne verglichen
Cathy Price vom Wellcome Departement of Imaging Neuroscience in London
und ihre Mitarbeiter hatten die Gehirne von zweisprachigen mit denen von
einsprachigen Menschen verglichen. Die zweisprachigen Probanden besa§en
durchwegs eine dichtere graue Substanz in einem Gehirnbereich, der fŸr
das flŸssige Sprechen zustŠndig ist. Der Unterschied war umso grš§er,
je eher die Untersuchten mit dem Lernen der zweiten Sprache begonnen hatten.
Zudem nahm die Dichte der grauen Substanz in der Gehirnregion umso stŠrker
zu, je besser die Probanden die zweite Sprache beherrschten. Vermutlich
sei der Zusammenhang zwischen der Dichte der grauen Hirnsubstanz und bestimmten
FŠhigkeiten auch fŸr andere Bereiche nachweisbar, schreiben die Forscher.
(APA)
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