| Krebs
KREBS
DURCH CHROMOSOMENFEHLER
Eine relevantere und nicht minder heftig umstrittene Frage ist die nach
der Ursache von Tumoren. 1914 bemerkte der deutsche Biologe Theodor Boveri
in allen Tumor-Zellen dasselbe: "Aneuploidie", eine falsche Chromosomen-Zahl,
eine oder drei Kopien statt zwei. Die Beobachtung trat in den Hintergrund,
als das Instrumentarium der Molekularbiologie in den 70er-Jahren in die
Details einzelner Gene eindringen konnte. Bald gab es viele Kandidaten
fŸr Onkogene und Tumor-Suppressor-Gene. Den ersten identifizierte Peter
Duesberg, er verwarf auch als Erster das Gen-Modell und kam in den 90er-Jahren
zu den Chromosomen zurŸck, seitdem herrscht Streit. Nun kommt die "bisher
stŠrkste Evidenz, dass die verŠnderte Chromosomenzahl eine Ursache von
Krebs ist": Britische Forscher haben den Zusammenhang an einer seltenen
Krankheit bestŠtigt, der "mosaic variegated aneuploiy", die bei Kindern
zu Krebs fŸhrt (Nature Genetics, 10. 10., 10.1038/ng1449).
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