Teil 4

Teil 3 - Physik - Naturwissenschaft - Mathematik

Kunst - Geschichte - Kunstgeschichte

Zu diesem Bereich mu§ ich sagen da§ mir die Auswahl von Empfehlenswertem besonders schwer fŠllt ... Ich beginne einfach einmal mit HANS SEDLMAYER, von dem ich fast alle noch erhŠltlichen Schriften gelesen habe: TOD DES LICHTS und auch VERLUST DER MITTE sind mir sehr wichtig gewesen. Noch mehr aber DIE ENTSTEHUNG DER KATHEDRALE, das mir mehr Verstehen brachte als zwei Semester Gotik an der UniversitŠt. Wobei ich hier noch eine eigentlich theologische Untersuchung anfŸhren mu§, sie gehšrt hierher und hat mir das Verstehen von Architektur (auch wenn es sich nur auf Kirchenbau bezieht) wesentlich mitbestimmt: ZUM HERRN HIN von KLAUS GAMBER. Und weil wir bei der Mathematik waren: HANS KARLINGER, ZAHL UND MASZ mšchte ich ergŠnzend erwŠhnen. GenŠhrt von einer Metaphysik des Erkennens beginnt plštzlich Architektur zu sprechen, und man kann Ÿber die Kunstgeschichte an den UniversitŠten, die sich auf ãStilmerkmale" und nichtssagende vergleichende Forschung schon zu beschrŠnken beginnt, einfach nur mehr den Kopf schŸtteln.

Wie habe ich mich Ÿber die Kinderei gewundert, als ich die Gotik in Begriffen wie ãZackenstil" etc. unterschieden fand, man nach scheinbar grundlos vorhandenen ãVorbildern" und Beispielen in anderen Kulturen suchte Ð als wŸ§te man Ÿberhaupt nichts mehr mit dem Vorgefundenen anzufangen. Was fŸr eine Tragšdie den Professor Ÿber den in gotischen Kirchen vorzufindenden ãLettner" herumstottern zu sehen ... nichts mehr, keine Ahnung, was es damit Ÿberhaupt fŸr eine Bewandtnis haben kšnnte. Wie will man dann Ÿberhaupt die Verschmelzung von Lettner und Altar im Barock verstehen ... worin die Drehung der Grundrisse im †bergang von karolingischer bzw. romanischer Bauweise bei den Kirche um ca. 10 Grad begrŸnden Ð die man nŠmlich fast Ÿberall bemerken kann? Wie ohne Kenntnis der Metaphysik Ÿberhaupt das Abendland und seine Kunst verstehen? Ohne Zusammenhang zwischen Mensch, Erkennen, Sein und Wirken eine Kultur begreifen? Man kann aus einer Kultur so vieles Ÿber die jeweiligen Menschen sagen, und umgekehrt.

Sehr wichtig waren mir die Schriften von WLADIMIR WEIDLƒ: GESTALT UND SPRACHE DES KUNSTWERKS, vor allem DIE STERBLICHKEIT DER MUSEN und DAS SCHICKSAL DER MODERNEN KUNST. Alles bereits aus Bibliotheken zusammenkopiert, weil ich diese BŸcher nicht mehr anders auftreiben konnte.

In so vielem aber finden sich zu diesen Themen Aussagen: HOFMANNSTHAL sei nicht unerwŠhnt, REINHOLD SCHNEIDER vor allem, der so vergessen ist, oder LEOPOLD ZIEGLER (bei dem man allerdings schon recht herauspicken mu§) oder JAKOB BURCKHARDT mit seiner RENAISSANCE oder dem CICERONE.

Womit wir schon der Antike recht nahe kommen ... wen sollte man da empfehlen? JOSEF EBERLE mit seinem LATEINISCHE N€CHTE war mir da ganz wichtig und hat mir mehr an Verstehen eingebracht als der oft so empfohlene DAHLHEIM (dennoch nicht zu verachten) oder was es sonst noch an Geschichtsabrissen gibt. Mit Namen wie THYKIDIDES oder CICERO will ich nicht herumschmei§en, wiewohl hochinteressant.

Ich habe vor allem aus der BeschŠftigung mit der antiken Tragšdie aber diese Kulturen wenigstens etwas zu verstehen begonnen. Aus der Entwicklung von AESCHYLOS Ÿber SOPHOKLES zu EURIPIDES, ARISTOPHANES und dann (vor allem!) MENANDER im Bogen zu PLAUTUS (bis hinauf zu Shakespeare Ð Moliere Ð Nestroy etc. etc.) meine ich mehr Ÿber das Wesen unserer kulturellen Wurzeln mitbekommen zu haben als aus vielen Vorlesungen oder reinen Geschichtsabrissen als Schilderungen von Vorkommnissen Ð wiewohl alles interessant. Der soziologische, oft so nichtssagende Ansatz der Geschichtswissenschaften aber hat mich nicht befriedigt. Wenn €schylos aber in den Persern klagen lЧt, man in der Chorrede zu Anfang dem Begriff von Seinsbewegung und Ðbestimmung begegnet, den Wesensunterschied der Massengesellschaft der Perser und des Individualismus der Griechen erfa§t, dem geht viel mehr an Licht Ÿber den Menschen und Všlker auf.

Und aus der Menschenkenntnis eines Sophokles, wie mehr aber noch aus (dem schon lŠngst antinomisch-intellektualistischen) Euripedes lЧt sich erahnen, was sich im Griechenvolk bewegt und verŠndert hat. Eine MEDEA sagt mehr Ÿber die Frau aus als alles, was sich heute an diesbezŸglicher BŸcherŸberflutung findet, zusammen. In der Entwicklung des antiken Schauspiels wird die Seele greifbar, aus der sich unser Abendland entwickelt hat, und von ihrer Menschenkenntnis sind wir heute weit entfernt.

†brigens aber auch aus einem Homer: Was fŸr Menschen, was fŸr eine Sprache, was fŸr eine Tatkraft ... Leider kann ich kein Griechisch (Latein habe ich auch erst in reiferen Jahren nachgeholt Ð was ist mir da schon entgangen), habe dies nur durch lesende Professoren erfahren dŸrfen.

Und wie erst durch die BeschŠftigung mit der Mythologie. Uns kommt es doch schon ganz komisch vor, ein Volk zu wissen, das an verschiedene Gštter glaubte. Wie kann man nur, hšre ich so manchen sagen. Wir satte Tore ...

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist mir HUGO RAHNERÕs GRIECHISCHE MYTHEN IN CHRISTLICHER DEUTUNG gewesen. Da ist mir ein Ahnen aufgegangen Ÿber das Wesen von Religion Ÿberhaupt und warum sie sich so und so auf der Welt findet.

Zum Thema Kunst selbst ist mir unbedingt noch A. P. G†TERSLOH wichtig, der sich auch sehr fundiert und leicht verstehbar mit der Person des KŸnstlers auseinandersetzt. Auch bei H. v. DODERER, seinem SchŸler, findet sich viel in dieser Hinsicht.

Wo ich zum Thema ãGeschichte" enden soll wei§ ich allerdings Ÿberhaupt nicht mehr. In jedem Fall kann man Werke empfehlen, die sich mit Tatsachen Ð und nicht mit Deutungen Ð befassen, wo man rascher zu einem Punkt kommt, wo das Buch stinkt und man zwischen den Zeilen weiterlesen mu§. Erst wenn man Geschichte als fortdauernde Seinsentfaltung versteht kratzt man am VerstŠndnis von Geschichte Ÿberhaupt. Mit allen mšglichen Theorien, wie sie mir auch an der UniversitŠt unterkamen kann man weder etwas erklŠren noch schmecken sie nach mehr als dŸrrem Stroh.

Anders bei REINHOLD SCHNEIDER: Seine BŸcher DIE INSEL oder PHILLIPP II. seien nur stellvertretend fŸr seine gro§artigen Geschichtswerke genannt. Aber wer nie in seinem Leben erfahren hat was Grš§e ist, kann sein FORMEN DER MACHT nicht verstehen und wird alles auf subjektive WillkŸr etc. zurŸckfŸhren Ð ich kann dieses Gerede um ãMachterhalt" etc. schon nicht mehr hšren ... Interpretation sagt immer auch etwas aus Ÿber den Interpreten.

 

Teil 5 - Theologie - Psychologie - PŠdagogik

 
     
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