Teil 5

Teil 4 - Kunst - Geschichte - Kulturgeschichte

Theologie Ð Psychologie Ð PŠdagogik

Der Zusammenhang mag eigenartig aussehen Ð aber es gibt ihn unmittelbar. Denn wenn wir schon in der Antike waren und Ÿber Religion sprachen, so mu§ auch der Katholische Glaube und das MenschenverstŠndnis, das sich aus dieser ãallumfassenden" Sicht ergibt, aus diesen ZusammenhŠngen heraus Ð was alles andere als historizistisch gemeint ist Ð verstanden werden: Zur FŸlle der Zeiten ... incarnatus est. Ohne Katholische Kirche aber kein Abendland, wie wir es kennen. Und ohne die abendlŠndische Philosophie lЧt sich das, was Katholisch ist, schon gar nicht mehr verstehen. Und das erleben wir ja auch tagtŠglich. Ja, es scheint mir gar, als wŸrde es kaum noch jemanden geben, der Ÿberhaupt nachvollziehen kann, was diese Religion war, ist und sein kann. Stattdessen ersaufen wir in dummen Vorurteilen und hetzerisch-diffamierenden Unwissenheiten. Wer wei§ schon Ÿberhaupt, was ein katholisches Dogma ist? Lesen Sie LUDWIG OTT, GRUNDRISS DER DOGMATIK, und bewundern Sie die zurŸckhaltende, vorsichtige Formulierung, die Bescheidenheit mit der um das Aussagbare gerungen wird. Lesen Sie im DENZINGER, ENCHIRIDIUM SYMBOLORUM ET DEFINITIONUM ... also: KOMPENDIUM DER GLAUBENSBEKENNTNISSE UND KATHOLISCHEN LEHRENTSCHEIDUNGEN wie behutsam hier um Worte gerungen wird, und oft genug nur ausgeschlossen werden kann, was sicher nicht stimmt. DAS ist es nŠmlich, was sich zumeist in einem Dogma findet: Was sich sicher so nicht sagen lЧt. Und wer sich so einen †berblick verschafft wird plštzlich begreifen, da§ er hier vor einem unglaublich zusammenhŠngenden GebŠude steht, an dem es nichts wegzunehmen gibt, das als Ganzes so in sich stimmig und gedanklich durchgŠngig ist, da§ man nur noch staunen kann. Aber ich behaupte auch, da§ es nur noch in seltenen FŠllen vor allem junge Priester gibt, die dies auch nur annŠhernd erkennen: Man wird den Eindruck nicht los, da§ sie nicht wissen, wovon sie Ÿberhaupt reden. Das ginge noch an, wenn sich nicht so viele erdreisten wŸrden, stŠndig herumzuŠndern Ð wie man es bei fast schon jedem Pfarrer antrifft. Es mangelt aber an einer Philosophie, tut mir leid. Schon Thomas v. Aquin wei§, da§ jeder Irrtum im NatŸrlichen auch einen Glaubensirrtum nach sich zieht. Weil nur eines wahr sein kann, und Glaube und Vernunft sich nie widersprechen kšnnen. Wenn man heute vom Glaubensverlust spricht so nur deshalb, weil es nach heute verbreitetem Wissen UNVERN†NFTIG scheint, Ÿberhaupt zu glauben. Wer an die Evolution glaubt geht doch nicht mehr von einer auch nur annŠhernd wahren Schšpfungsgeschichte aus. Was soll einem das alles noch sagen? Ein bisserl Weltverbesserung und Moral lassen sich bestenfalls noch herausholen.

THOMAS VON AQUIN, der ja offiziell nach wie vor als sicherer Lehrer des Katholischen gilt, ja von dem noch in diesem Jahrhundert in einer Enzyklika gesagt wird, da§ wer von ihm abweicht in gro§er Gefahr ist (heute hšrt man wie mir erzŠhlt wurde im Theologiestudium von ihm als Episode) habe ich ja schon erwŠhnt.

FŸrs VerstŠndnis eines Sakraments Ÿberhaupt halte ich die Neuerscheinung REINHARD KNITTEL, DIE UNVERG€NGLICHE GESCHICHTSDAUER ... (siehe Buchempfehlung) fŸr hšchst ergiebig. NŠmlich Ð wie alles, was wirkt Ð indirekt, am Beispiel.

Hier direkt weitere theologische Werke anzufŸhen wŸrde die Sache fast ausufern lassen: KONZILSKONPENDIUM von RAHNER/VORGRIMMLER sei erwŠhnt, dazu eine ganze Reihe von Enzykliken und Lehrschreiben, die so oft so hellsichtig waren. Eine Kirchengeschichte ist fast unerlЧlich, hier sei AUGUST FRANZEN mit seiner KLEINE KIRCHENGESCHICHTE erwŠhnt.

Auch hier war mir oft Indirektes sehr hilfreich: Auf einen Hinweis von Julien Green hin habe ich KATHARINA VON GENUAÕs Traktat †BER DAS FEGEFEUER gesucht und wahrlich entdeckt. Er sagt viel Ÿber das Leben, und in einer sehr klaren Sprache. NatŸrlich mu§ man auch den KATECHISMUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE anfŸhren.

Wichtig war mir auch RICHARD KOCHER, HERAUSGEFORDERTER VORSEHUNGSGLAUBE und KROLCIK, S€KULARISIERUNG DER NATUR. Als ich eben aufstand stach mir DIETER HATTRUP, THEOLOGIE DER ERDE ins Auge Ð auch ein Buch, das fŸr mich Wichtigkeit hatte.

Všllig sinnlos war die BeschŠftigung mit einer Reihe von vorgeblich ãkirchenkritischen" BŸchern, teils mit rei§erischen Titeln und Versprechungen. Mir fiele nicht eines mehr ein, das fundiert gewesen wŠre, Ÿber oft genug wirklich dumme Polemik, aber auch LŸge, immer aber Unverstand, hŠufig glattes Unwissen hinauskam. Eine BeschŠftigung damit kann lediglich der Information darŸber dienen, wo bestimmte Menschen festhŠngen Ð wenn man auch sagen mu§, da§ in allem ein FŸnkchen stecken kann, das man aufnehmen kann. Auch wenn die Kenntnis der Kritiken fŸr kirchenpolitisch TŠtige nicht ohne belang sein mag. Was Ÿbrigens von dem Buch EGO TE ABSOLVO von GUERRI nicht zu sagen ist: Er hatte vor, die Moralvorstellungen der Kirche als lŠcherlich aufzudecken Ð ich hab das Buch mit Genu§ gelesen. Denn soviel Menschenkenntnis und wunderbare Seelsorgepraxis hŠtte ich den italienischen Priestern gar nicht zugetraut, der Schu§ geht also meiner Ansicht nach nach hinten los. Mir sind jedenfalls bei uns solche Priester noch nicht begegnet, und ich wŸrde es mir wŸnschen. Denn wo findet man heute einen Priester mit Ahnung vom Leben und von der Natur der Seele?

Leider aber ist auch die sogenannte Apologetik Ð also die Verteidigung von Glaube und Kirche - oft genug recht dŸnn und betreibt Spiegelfechterei, geht so manchem nicht auf dem Grund oder erfa§t nicht, warum es zu diesen oder jenen Angriffen kommt. Ich mu§ ehrlich sagen, da§ ich auch auf diesem Gebiet nur wenig finde, das ich heute noch als lesenswert klassifizieren wŸrde. Meist wird das vorgeblich bekŠmpfte Problem gar nicht an der Wurzel erfa§t. (Mit Wehmut denke ich da an eine gutgemeinte Schrift zum Fall Galileo Galilei ... ich wei§ schon, warum ein Bild des Hl. Robert Bellarmin Ÿber meinem Bett hŠngt ...) Aber auch Antinomie um ihrer selbst willen hat ihren zeitweisen Wert, das sei unbestritten. Vor allem aber rate ich, beim Studium erst einmal in die Tiefe zu gehen, und dann erst in die Breite. Schon unter den Philosophen habe ich ja genug Apologetisches angefŸhrt, was bei einer Philosophie als ãancilla theologiae", also der Magd der Theologie, selbstverstŠndlich ist. Das Problem ãGott" ist zuerst auch ein Problem der Philosophie.

Weil ich aber einen bestimmten persšnlichen Bezug zu ihm habe mšchte ich noch JOSEF RATZINGER erwŠhnen. Auch wenn er Ÿber gewisse HŸrden nicht hinwegsteigen kann: Man kann gewisse charakteristische ZŸge in seiner Theologie nachweisen, die ich mit Vorsicht genie§e und die man mit ãnouvelle theologie" bezeichnet. Dennoch schŠtze ich ihn und er ist vor allem leicht lesbar.

 

Teil 6 - Theologie - Psychologie - PŠdagogik II + Schlu§

 
     
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