| Schšnheit
und Liturgie
Schšnheit
als das Angesicht der Wahrheit, des Seins in seiner jeweiligen Vollkommenheit
im Vollzug (actu), somit in der Darbietung des Wahren (in der damit gegebenen
Teilhabe) an unsere Sinne und damit in unserem Erkennen.
Somit ist die allumfassende
(=katholische, alle Form enthaltende wie entbergende) Liturgie als die
die Erde berŸhrende, direkte Dimension Gottes - sein "Hereinragen"
in die Schšpfung (soteriologische Dimension) selbst, also die grš§tmšgliche
FŸlle der Wahrheit in der Sichtbarkeit ... das grš§te mšgliche Kunstwerk
(und Jesus der grš§te KŸnstler) - der Hintergrund des "incarnatus
est" wie damit der Liturgie.
Somit dem subjektivistischen
Urteil (nicht aber der urteilenden Stellungnahme dem Begegnenden gegenŸber)
enthoben, ist Schšnheit das den Menschen im Formeneintritt via Sinne zum
eigenen Gut (und damit: GlŸck im Sinne von GeglŸcktheit) durch die Reaktion/das
Urteil und das diesem gemЧ Handeln, Auferbauende. Am Menschen liegt die
Antwort, in der er dem Vollkommenen seiner Berufung (nur das kann entelechialen
Ma§stab haben: Das abstrakte, eigenschaftliche Potens) Raum zur Darstellung
gibt.
Mit vollem Recht also
mu§ davon gesprochen werden, da§ der Kult, die Liturgie Ausgangspunkt
wie Darstellung des Kosmos ist. Diese Auffassung findet sich vorbildlich
in der Architektur der Kirchen wieder.
Selbst jeder heidnische
Kult hat - so nebenbei - die Darstellung des Gšttlichen als gestaltbildende
Kraft und damit FŠhigkeit zum Inhalt. Der Kult ist der Ort der reinen
Gottesdarstellung (Gott als der Hervorbringer) in dessen Eigenschaften
- zur Teilhabe fŸr die Menschen.
In der Teilhabe an der
Liturgie nimmt also der Mensch am dargestellten Gott dar - "Geheimnis"
jeder rituellen Handlung, egal in welcher Religion. Im Ritus wird das
Numinosum gefeiert, an ihm teilgehabt.
Die Umgestaltung der
katholischen Liturgie ab ca. 1968 (mit Speerspitzen schon seit den zwanziger/drei§iger
Jahren) als Verarmung des Dargestellten ist somit ein Akt der Vorenthaltung
der Wahrheit durch Zerstšrung der Schšnheit zugunsten einer phŠnomenologisierten
"PastoralŸbung." Die Liturgie in der derzeit in praxi vorzufindenden
Form ist weder akzeptabel noch schšn. Und ein Gottesdienstbesuch macht
die Besucher oft auf eine Weise lŠcherlich, da§ es einen schaudert. Scheinbar
aber ist hier nicht mehr erlaubt, zu sagen was man sieht ... Kritik ist
tabuisiert, bestenfalls darf noch Ÿber verfršmmelnde Elemente (die hier
als VortŠuschung eines Inhalts verstanden werden, der der vollkommenen
Handlung noch innewohnt, dem tatsŠchlichen Vollzug aber bereits scheinbar
fehlt, sonst m٤te er nicht als vorhanden betont werden) gesprochen werden.
Angesichts des Vorenthaltens
der Schšnheit in der Liturgie (selbst und gerade dort, wo sie Šsthetisiert)
wird jede Forderung nach moralischem Verhalten, jede Klage Ÿber Glaubensverfall
etc. zum unertrŠglichen Zynismus. Denn die Rolle der Schšnheit wird
všllig verkannt, ja letztlich das Erlšsungswerk Gottes verhšhnt.
(22. Januar
2001)
Termine
und Orte katholischer Liturgie - Auf das Bild klicken!
|