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ErzŠhlerin/XXX
(spielt stumm) Mein erster Tag in meinem neuen Job, VerkŠuferin.
Mein Vater hatte gemeint, ich sollte mir etwas suchen, wo ich meine
menschlichen QualitŠten mehr in den Vordergrund spielen kšnnte Ð
Kontakte, WŠrme, Herzlichkeit. Und dabei meine heilpŠdagogische
Wirkung einsetzen konnte. So war ich also in diesem Gewerbebetrieb
gelandet. Die Bezahlung war gut, vorausgesetzt ich verkaufte auch
gut , denn ich erhielt Provision ... Der Besitzer hatte mich schon
am ersten Tag alleine im GeschŠft gelassen. Ich wŸrde schon machen,
meinte er. Soviel Vertrauen ehrte mich. Und ich wollte beweisen,
was in mir steckte. Voller innerer Erregung erwartete ich die ersten
Kunden.
Meyer (tritt ein) Das ist wieder einmal typisch
fŸr Kollegin Mehringer. Erst Ÿberredet sie uns, diesen Humbug mitzumachen,
und dann ist sie nicht einmal selber da. Ich hasse solche Ungenauigkeiten.
Frau Ringlotte ... ?
Ringlotte (kommt dazu, gleich nach ihr Frauentraum,
Kršbl und Pflanzer) bin ja schon da! Ich halte ihre Idee an sich
fŸr sehr gut. Wenn ich auch wage die Frage, zu stellen, ob diese
Sache allen gleicherma§en dient. Was sagen sie dazu, Herr Frauentraum?
Meyer Da sind Sie ja endlich! Das kostet mich die
letzten Nerven ... Herr Pflanzer (der tritt ein), also bitte!
Frauentraum Meine Oma hat schon gesagt, da§ es
besser ist, eine Viertelstunde frŸher abzufahren, um eine Viertelstunde
zu spŠt anzukommen.
Meyer Es sind geschlagene 7 Minuten, Herr Kollege.
Kršbi (tritt ein, reibt sich die schmerzenden Knie)
Ich bin Ÿber das Fahrrad gefallen, das vor der TŸre steht. Gehšrt
das jemandem von Ihnen?
ErzŠhlerin/XXX
Ich wurde rot.
Pflanzer
Da sieht man, was Sport anrichtet.
Ringlotte Das ist aber wohl eine andere Geschichte,
nicht wahr?
Pflanzer (sieht sich um) Blubb blubb blubb ...
ob das geht?
Frauentraum Das sind doch keine Kinder mehr!
Pflanzer Aber DIESE Erfahrung mu§ ich ehrlich gestehen
fehlt auch mir ... uiiii ... (beguckt interessiert die Ð fiktiven
Ð Regale mit den Ausstellungswaren)
Frauentraum †berwinden Sie sich einmal zu Neuem.
Hatten Sie als Kind nicht auch das BedŸrfnis, Herr Kršbi? ... aber
nein: Das ist pfui, sagt das Gesetz, nicht wahr?
Ringlotte Das ist grob fahrlŠssig, ihn so zu ...
Kršbi Ich zitiere die Kollegin Mehringer, denn
auf eine Weise hat sie recht: Behinderte sind irgendwie ... (immer
leiser)
Ringlotte Das wage ich in Frage zu stellen.
Pflanzer Was ist Ihre Meinung dazu?
Kšbi Wieder so eine Modestršmung - aber bitte,
um der Gemeinschaft willen tue ich mit. Auch wenn ich ein wenig
schockiert bin, auf den ersten Eindruck. Das erscheint mir zuwenig
praktikabel.
Pflanzer Das geht ja noch weiter als bei den letzten
BerŸhrungsspielen beim Lehrerseminar. Was sagt das Plenum dazu?
Frauentraum Soll ich mit einer Vorstellungsrunde
beginnen?
Pflanzer Bilden wir eine Gruppe ...
Ringlotte Meine Frage an Euch ist ...
Meyer Ja will mir denn keiner zuhšren? Wenn ich
eines nicht vertrage dann: Da§ mir keiner zuhšrt. Immerhin bin ich
der Direktor unseres ganzen Instituts. Und das wird man nicht umsonst.
Frauentraum Na guat ...
Kršbi Ich war ja dagegen. Schon mein Gro§vater
hat immer gesagt: Schneeschaufeln und Leut aufwecken sind die unnštigsten
Dinge. Die Leut werden irgendwann schon von selber munter ... (immer
leiser) ... wo war ich?
Ringlotte (hebt ihm ein KnŠuel roter FŠden vom
Boden auf) Beim Schnee.
Meyer Im Sinne eines kollegialen FŸhrungsstils
bin ich dafŸr, da§ wir uns einmal ansehen, was Frau Mehringer einzubringen
hat. Mir liegt sehr daran, alle ernst zu nehmen.
Kršbi ... diskutieren, ob das praktikabel erscheint,
also fŸr alle Vorteile bietet ...
Frauentraum Ich bin fŸr Selbsterfahrung. Wie sollen
wir taugliche Betreuer heranbilden, wenn wir selber nicht einmal
wissen wovon wir reden.
Ringlotte (wŸtend) Vielleicht sollten sie ihre
Selbsterfahrung auf intimere Situationen beschrŠnkten (deutet auf
seine HŠnde in den Hosentaschen, er nimmt sofort die HŠnde raus,
auch der Direktor) Des sog i jetzt anfach amoi so.
Pflanzer Paaatschhh ...