5.
Meyer
Ah, da ist sie ja endlich!
Mehringer (stolpert vllig au§er Atem herein, setzt
sich gleich auf einen Stuhl und verschnauft, macht sich den Zopf
auf und zu, Pflanzer folgt ihr auf dem Fu§, reibt sich das Knie)
Pflanzer Paatsch ... schei§ Fahrrad ...
Erzhlerin/XXX
Endlich ein bekanntes Gesicht. Erleichtert klammerte sich mein Blick
an ihr Gesicht, und rechnete schon damit, da§ ich hinknftig meine
Pflichten aufs Kassieren beschrnken konnte und den praktischen
Teil meiner Arbeit jemandem anderem berlassen konnte Đ der mehr
Erfahrung mit dem Kapitel hatte.
Mehringer Wenn ich Ihnen erzhle, was mir gerade
zugesto§en ist ...
Krbi Also Frau Kollegin, als Sie ihre Thesen vorgebracht
haben, wie sich krperliche Nhe und Wrme auf den menschlichen
Organismus auswirken wrden, habe ich prinzipiell ... anderseits
... was wollte ich nur sagen?
Pflanzer (hebt vom Boden ein Knuel roter Fden
auf)
Krbi Danke, also ich meine ... (murmelt immer
leiser)
Frauentraum Diese praktische Demonstration htte
ich mir ohnehin ersparen knnen. Was ist daran neu?
Ringlotte Durchaus.
Frauentraum Ich meine: Die htten wir auch im Konferenzzimmer
...
Krbi Unter der Voraussetzung, da§ wir die Objekte
auch mitnehmen knnen. Wir haben dazu noch immer keine Antwort!
Erzhlerin/XXX
Niemand hatte mir gesagt, wie ich mich in so einem Fall verhalten
sollte! Ich rang nach Worten. Und beschlo§ insgeheim, mir schon
am nchsten Tag eine andere Ttigkeit zu suchen. Nur diese Provision
wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Meyer
(kommt wieder dazu) Das htte ich Ihnen nicht zugetraut: Auch noch
zu spt kommen! Sie wissen doch um den angegriffenen Zustand meiner
Nerven!
Mehringer Herr Direktor, ich fhle mich vllig
unschuldig! Wenn ich Ihnen erzhle, was mir zugesto§en ist, dann
...
Ringlotte Das Wort unschuldig in dieser Umgebung
klingt etwas ...
Mehringer So hren Sie mir doch zu! Also wenn ich
Ihnen ...
Meyer Was ist Ihnen denn passiert? So schlimme
Auswirkungen wird es schon nicht gehabt haben, da§ Sie sich so verspten
...
Mehringer Schlimme Auswirkungen? Und ob! Ich kann
nie wieder unbefangen bei einer Frau mit Spitz vorbeigehen ...
Meyer ... uns hier in solch eine Umgebung... Ich
bin schon ein wenig entsetzt ber Sie.
Mehringer Na super. Htten Sie mir nur zugehrt!
Doch nicht in DIESEM Laden ...
Meyer Ich hre immer genau zu. Sie haben deutlich
gesagt, da§ wir in den ...
Mehringer Diesmal wohl aber nicht: Ich habe gesagt:
Am besten knnen wir testen, wie heilend sich die Wrme eines lebendigen
Organismus anfhlt, um diese dann in die Pdagogik einzubauen, indem
wir in einen ... PET-Shop gehen, PET! Haustiere! Nicht SEX-Shop!
Meyer Und der ...
Mehringer Richtig, der ist ja gleich nebenan!
Frauentraum Also, wenn sie mich fragen ... mit DIESEN Demonstrationsobjekten
wre es auch gegangen.
Ringlotte Unterstehen Sie sich!
Pflanzer Paaatschhhh ....
Krbi Dann darf ich einen Vorschlag machen: Wir
verlegen unsere ... hem ... Exkursion in den Streichelzoo nebenan?
Pflanzer Was sagt das Plenum dazu?
(Schweigen, alle berlegen)
Frauentraum Hallo, gehtŐs noch?
Krbi Die meisten Dinge lsen sich durch entschiedenes
Abwarten.
(nun teilen alle ihre Zustimmung mit Đ ăJaŇ, ăEinverstandenŇ, ăGuter
VorschlagŇ ăok guatŇ ... - durcheinander)
Frauentraum Schade ... na guat.
Erzhler/XXX
Kein Umsatz, trotz meines gro§en Bemhens. Ich nahm die Kronenzeitung
her und studierte die Stellenanzeigen Đ diesmal aber nicht unter
ăgewerbliche AngeboteŇ, sondern ganz zielstrebig - ăsoziale BerufeŇ