HINWEIS:
Nach dem Ansehen der Umsetzung der ersten DrehbŸcher hatte ich
MIT ENTSETZEN feststellen mŸssen, da§ die Drehbuchtreue mehr
als mangelhaft war. Dabei war es schon im Vorfeld zu vielen
Diskussionen gekommen, weil verlangt worden war, da§ Figuren
so geklittert werden sollten, soda§ sie oft kaum noch "organisch"
wirken konnten. Nach erfolgter Abnahme durch den betreuenden
Redakteur wurden in den Prozessen der Verfilmung gravierende
Eingriffe vorgenommen: Motivierungen wurden nicht erkannt oder
willkŸrlich verworfen, Folgereaktionen, Konsequenzen, ja Enden
umgedeutet oder verŠndert. Die Texttreue war všllig unbefriedigend,
ja nicht selten kam es vor, da§ Darsteller (oft Laien) IHRE
Meinung kundgaben, was die GlaubwŸrdigkeit, die OrganizitŠt
der Geschichten zerstšrte. Dazu kam das UnverstŠndnis dramaturgischen
Geschehens durch die Redakteure, die lediglich formalistisch-primitive
Kochbuchrezepte anerkannten.
Deshalb
distanzierte und distanziere ich mich vom im TV sichtbaren Ergebnis
in dem Sinne, als ich in zermŸrbenden Auseinandersetzungen schriftlich
wie mŸndlich protestierte und in GegenvorschlŠgen deponierte,
was warum nicht, was wie aber funktionere. Ohne Erfolg. Proteste
waren aussichtslos, wurden von den Redakteuren ignoriert und
fŸhrten schlie§lich zum ZerwŸrfnis. Weshalb ich nach 17 verfilmten
DrehbŸchern und zahlreichen bereits ausgearbeiteten Konzepten
aufhšrte, weiter fŸr diese Doku-Soaps zu arbeiten.
Es
kam wie es kommen mu§te: Die Sendungen wurden wie ich es den
mich zunehmend beleidigenden Redakteuren prophezeit hatte, wegen
ihrer oft katastrophalen QualitŠt abgesetzt.
Man hat mich auch schon gefragt, warum ich denn dann Ÿberhaupt
solche DrehbŸcher schrieb: Neben finanziellen Dispositionen
(auch wenn die Honorarhšhe in direktem VerhŠltnis zur Drehbuchtreue
stand) besteht aber eine zeitliche Differenz zwischen Ausstrahlung
und Verfassung eines Drehbuchs, soda§ der Konflikt und v.a.
dessen Unlšsbarkeit fŸr mich erst auftrat, als ich bereits die
meisten DrehbŸcher verfa§t hatte. Aber bei besserer Umsetzung
hielte ich tatsŠchlich die Grundkonzepte der beiden Sendungen
fŸr gut und ausbaufŠhig.
So
blieb es fŸr mich eine interessante Erfahrung, in der ich mich
erfolgreich darin erprobte, wšchentlich 2-3 Filmgeschichten
mit den Bedingungen eines Formats zu schreiben.
Man
sollte Redakteure aber kein Unterhaltungsfernsehen machen lassen.
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