TREATMENT - HELENA - Der Film - von Eberhard Wagner

Teil 2

 

  1. Vorstadtzug nach BonviŽ, die Bahnhofsuhr zeigt 6 Uhr. Helena sitzt unter verschlafenen Pendlern. Sie wirkt aufgerŠumt und entschlossen.
  2. BŸro Kowalsky, BonviŽ. Bernhard Ziegelbauer sitzt ganz alleine im BŸro, arbeitet. Die BŸrouhr zeigt 6.40 Uhr. Die Putzfrau fummelt zwischen den Schreibtischen herum. Er geht zur Kaffeemaschine, um sich Kaffee zu machen, da betritt Helena in einem duftigen Sommerkleid das BŸro. Bernhard ist všllig verwirrt, verschŸttet Kaffe, Helena hilft ihm. Sie arbeiten miteinander, Bernhard richtet die Jalousien, die sie blenden, kŸmmert sich aufgerŠumt um sie.
  3. BŸro Kowalsky Nachmittag. Hektische Betriebsamkeit im BŸro, voll besetzt. Helena wird wie frŸher belŠstigt, sie wehrt sich. Bernhard beobachtet sie. Konsultiert sie, als es um die AbklŠrung eines Problems geht, wobei er darauf hinweist, da§ sie beide es bearbeitet hŠtten. Helena lŠchelt ihm zu. Im Gegensatz zu frŸher nimmt sie an belanglosen GesprŠchen mit Kollegen teil, ist freundlich.
  4. BonviŽ, Fu§gŠngerzone, halb sechs, gelbes Licht. Helena sitzt im Gastgarten eines Kaffeehauses, trinkt Kaffee und liest Zeitung, beobachtet die Menschen: Treffen, einfache GesprŠche, Vereinbarungen von anderen. Sie ist fŸhlbar alleine, sieht Liebespaar zu, das es bemerkt, sie blickt verlegen weg.
  5. BŸro Kowalsky, Dienstag (Kalender), 6 Uhr, glei§endes Sonnenlicht. Helena betritt durch die GlastŸre das BŸro, trifft auf Bernhard. Der ist aufgeregt, bietet ihr wŠhrend sie Kaffee macht sein PlundergebŠck. Putzfrau. Gemeinsame Arbeit.
  6. Gro§es BŸrogebŠude Drumbish-Derivations, IndustriegelŠnde.
  7. BŸro Drumbish-Derivations. Victor unterhŠlt sich mit SekretŠrin, sie mu§ eine Aufstellung fŸr das Controller-Meeting am Freitag bearbeiten, nennt ihr Kennzahlen. Sie verlŠ§t sein BŸro. Victor erhŠlt am Handy einen Anruf. (Doppelbild) Ein etwa gleichaltriger Mitarbeiter einer Bank. Sie unterhalten sich, der bietet einen Zinssatz, Victor meint, der sei zu hoch, die Konkurrenz wŠre gŸnstiger. Sein GesprŠchspartner meint, da§ es auf das dreiviertel Prozent doch nicht ankŠme, er wŸrde sich dafŸr erkenntlich zeigen, das brŠchte Victor doch durch, weil er doch der einzige sei, der die wirklichen Zahlen des Betriebs kenne. Victor fŸhlt sich geschmeichelt, meint, was er dafŸr kriege. Der Bankmitarbeiter bietet ihm - streng vertraulich - ein GeschŠft an: Victor solle in kurzfristige Optionsscheine von Beta investieren. Er wisse aus vertraulicher Quelle, da§ Beta konkursreif sei, aber da§ ein Coup geplant sei: Die internationale Clarich-Gruppe wŸrde sie heimlich Ÿbernehmen, er sei bei den Kreditverhandlungen dabeigewesen. Dann wŸrden Ÿber gezielte Indiskretion in den Zeitungen die Kurse gewaltig zum Steigen gebracht, worauf Clarich die Aktien wieder absto§e, somit den Kaufpreis finanziert habe, um eine Woche spŠter Beta mangels RentabilitŠt stillzulegen. So habe man gŸnstig die Marke und die AbsatzmŠrkte in die Hand bekommen. Victor stimmt zu, als ihm der Tipgeber anbietet, alles Ÿber ein offenes Wertpapierkonto zu finanzieren, er brauche nur zu unterschreiben, und alles laufe von selbst, er sei binnen weniger Wochen um ein schšnes StŸckchen reicher.
  8. Elternhaus Bernhard Ziegelbauer, ein schlichtes Einfamilienhaus in einem kleine lŠndlichen Ort, Abend. Bernhard wird von seiner Mutter umhegt, ist ein wenig ungehalten, als sie ihn bei der ZeitungslektŸre stšrt: Er studiert Immobilienanzeigen, streicht Angebote an, murmelt vor sich hin. Klassische Musik im Hintergrund.
  9. BŸro Kowalsky, Mittwoche, tagsŸber. Bernhard und Helena arbeiten intensiv zusammen, Bernhard ist sichtlich Ÿber beide Ohren verliebt, die Kollegen witzeln schon. Aber sie beginnen, Helena zu respektieren, und sie wehrt sich auch Šrgerlich, als ihr jemand zu nahe kommt und stellt ihn blo§. Bernhard ist hoch zufrieden und gibt ihr všllig recht. Helena hat sichtlich Sympathien fŸr ihn, legt ihm einmal wie zufŠllig die Hand auf die Schulter; Bernhard ist im siebten Himmel. Zwei Arbeitskollegen unterhalten sich: Einer sagt, da§ er schon froh ist, wenn das Wochenende kommt. Der andere bestŠtigt ihn, ihm sei aufgefallen, da§ man nur dort lebe, und das Leben weiterbringe. Und alles geschehe am Wochenende. Bernhard hšrt aufmerksam zu.
  10. Elternhaus Bernhard, Abend. Bernhard geht mit dem Ma§band durch sein Zimmer und mi§t verschiedene LŠngen aus, die sich auf Mšbel beziehen, deren Ma§e er aus einem bereitliegenden Mšbelkatalog bezieht. Seine Mutter kommt und bringt ihm seine warme Milch; Bernhard wimmelt sie verlegen ab.
  11. Wohnung Helena. Abend. Helena liegt auf der Couch und trŠumt vor sich hin. Sie betrachtet Bilder ihrer Eltern, wo diese glŸcklich waren, mit ihr. Vor ihr ein aufgeschlagenes Buntblatt mit einem Horoskop, das LiebesglŸck verspricht. (Krebs) Sie richtet ihr Bett. Es ist zehn Uhr.
  12. BŸro VictorÕs bei Drumbish, Donnerstag Mittag. Victor bespricht sich mit einem Kollegen, die sich wechselseitig bestŠtigen, da§ sie eigentlich die gro§en Macher sind und die Firma eigentlich in der Hand haben. VictorÕs Chef schaut kurz herein. Als er weg ist, erzŠhlt Victor dem anderen, da§ dieser ein Protektionskind ist und von nichts eine Ahnung hat.
  13. Wohnzimmer der Familie Dšrrich, BonviŽ. Abend. Sehr gediegene Einrichtung im altenglischen Stil, Bilder an der Wand, die Victor als glŸckliches Kind mit einer anderen Frau, seiner Mutter, beim Bootsfahren zeigen. Victor speist mit seinem Vater und seiner Stiefmutter. Der Vater ist ein alter, sehr strenger Herr, der Victor immer wieder angreift, da§ dieser ein verweichlichtes Kind sei, und es nie zu etwas bringe wie er. Victor stochert wŠhlerisch im Essen, schneidet ein kleines StŸckchen Fett weg. Vor allem mŸsse er seine privaten Angelegenheiten in den Griff bekommen, setzt der Vater nach. Eine Karriere brauche ein familiŠres Fundament. Die Stiefmutter nimmt ihn in Schutz, sie und Victor sind sichtlich Verschworene. Victor weist darauf hin, da§ er mit Sabine Surbeer liiert sei, wagt aber nicht zu sagen, da§ er bereits verlobt ist, obwohl ihn die Stiefmutter immer wieder dazu ermuntert. Der Vater nimmt einen Umschlagt und schiebt ihn Victor hin, es ist ein Reisegutschein. Die Stiefmutter zwinkert ihm zu. Victor weist auf seinen baldigen Aufstieg hin, der Vater scheint nicht unzufrieden; geht aus dem Zimmer. Victor sagt zur Stiefmutter, die er mit Vornamen anredet, da§ es das erste mal ist, da§ ihm sein Vater etwas geschenkt hat. Sie sagt, da§ er milder geworden ist, Victor habe sich ja sichtlich um den Aufstieg bemŸht, und raunt ihm zu, da§ der Vater zu ihr gesagt habe, da§ er ihm eventuell eine der Wohnungen in der Innenstadt von BonviŽ Ÿberschreiben wolle.
  14. BonviŽ, StadtbŸro, Freitag Vormittag. Es ist drŸckend hei§. FŸnf honorige Herren, darunter der Chef von Victor, sitzen, stehen, wischen sich den Schwei§, und unterhalten sich. Es geht um den geplanten Beta-Deal. Einer sagt, da§ Clarich an einer †bernahme von Drumbish sehr interessiert ist. Ein anderer bestŠtigt auch das Interesse von Clarich, die Zahlen seien ja lŠngst aufbereitet. Man werde den Plan Šndern, die Papiere seien ja unterschriftsreif. Ein junger Mann, Controller, macht sich Notizen. Am Mittwoch nŠchster Woche sei die Unterschrift geplant: Clarich werde Drumbish Ÿbernehmen. Und Drumbish dann Beta, nicht Clarich, und weiterfŸhren, zusammen mit Drumbish sei ein ordentlicher Synergieeffekt zu erzielen, Beta weit unterbewertet, vor allem verfŸge es Ÿber riesige GrundstŸcksreserven in bester Lage, und man bekomme die MŠrkte gleich mit. Clarich sei mit der Rohstofflieferung zufrieden. Beta wŸrde also steigen. Der Controller weist auf einige Zahlen hin, er habe es berechnet. Er und VictorÕs Chef sehen sich verstohlen an. Der Controller sagt, ob man den Pressemann schon hereinlassen dŸrfe. Zwei der Herren - sie stšhnen sehr unter der Hitze - besprechen sich noch, was sie ihm sagen: Sei wŸrden die Wichtigkeit des inlŠndischen Marktes betonen, weshalb man bei Drumbish einsteige, der Beta-Kauf aber sei geplatzt. Damit wŸrde es billiger fŸr Drumbish. "Schmier ihm Honig ums Maul, ein wenig NationalgefŸhl wecken, und sehr wichtig tun, dann laufen die Nachrichten wie geschmiert," sagt der eine. Der Controller lŠ§t den Pressemann ein.
  15. BŸro Kowalsky, Freitag Nachmittag, Jalousien, alle sind froh Ÿber die Klimaanlage. Bernhard ist sichtlich nervšs. Immer wieder scharwenzelt er um HelenaÕs Schreibtisch herum, versucht ein GesprŠch in Gang zu halten. Ein TelefongesprŠch unterbricht, er mu§ dringend zu einem Kunden, eine Lieferung ist verdorben. Er bespricht sich mit Helena umstŠndlich, umkreist immer wieder einen Punkt: Er mšchte sie zum Essen einladen. UmstŠndlich und linkisch, vom Chef aufgefordert, sich endlich zum Kunden aufzumachen um die Sache zu klŠren, verspricht er sich mehr als er es anspricht: Er lŠdt sie fŸr Samstag ein: Er wisse in ganz entzŸckendes Restaurant, mit kŸhlem und schattigen Gastgarten, einfacher aber guter KŸche, am Stadtrand von BonviŽ, am HŸgel gelegen, soda§ eine leichte Brise die Hitze immer ertrŠglich mache. Sie ziert sich erst ein wenig, man merkt aber, da§ sie sich freut. Und sagt zu. Er ist všllig aus dem HŠuschen und verwirrt, es sprudelt aus ihm heraus, er wird den besten Tisch reservieren, rennt hinaus, kommt zurŸck mit selbstironisierenden Grimassen, er hat seinen Aktenkoffer vergessen, Helena lacht.
  16. BŸro Kowalsky. Kaum ist Bernhard aus dem BŸro, klingelt HelenaÕs Telefon. Sabine ist am Apparat, und lŠdt unter langem Geschwafel, man verstehe sich ja nun wieder, die Familie sei wieder versšhnt, und ob sie nicht Interesse habe, am Abend mit auszugehen, in eine Disco, mit einigen von ihren und VictorÕs Freunden, einfach ein wenig Spa§, tanzen, Musik. Helena staunt. Es sei eigentlich VictorÕs Idee gewesen, sagt Sabine. Sie verabreden sich fŸr etwa acht, eine Viertelstunde auf oder ab, am Kai an der Dash. Helena beschreibt den Weg, denn sie hat kein Telefon, es rufe sie ohnehin niemand an. Eine Kollegin sagt zu ihr Ÿber den Schreibtisch, da§ ihr diese Familienangelegenheiten zum Halse heraushŠngen, stŠndig irgendwelche AnlŠsse, Hochzeiten, BegrŠbnisse, Geburtstage, als ob da noch Inhalt dahinterstehe, alles sei Schein. Das habe Helena ganz richtig gemacht, sei frei. Helena widerspricht ihr, das sei eben so, und das sei eben das Leben: Ein Geflecht, das man sich nicht aussuche, das manchmal lŠstig sei. Aber auch LŠstigsein sei Leben, und sie habe frŸher auch anders gedacht. Alles wollte sie sich alleine richten, nur tun, was ihr beliebte, und das als frei definiert. Nun aber, mit neunundzwanzig, komme sie drauf, da§ das Leben wie zum Stillstand kommt, als verlšre es jeden Inhalt. Die Kollegin staunt. "Na Du hast Dich aber verŠndert." Helena nickt. Die Kollegin frŠgt vertraulich, ob mit ihr und Bernhard ... es sei schon aufgefallen. Helena verneint, es sei Ÿberhaupt nichts dahinter. Die Kollegin glaubt es ihr nicht ganz.
  17. BonviŽ, Lagerhalle, Firmenschild Botansky, "Partyservice, Bio-Buffets", Freitag Nachmittag. Ein dicker, verschwitzter GeschŠftsmann begrŸ§t Bernhard grantig, es sei schon halb vier. Die Lagerhalle sieht furchtbar aus. Er zeigt ihm die Paletten mit GemŸsesteigen, die Ware sei verdorben. Bernhard weist darauf hin, da§ Botansky ja gewu§t hatte, da§ die Ware rasch verarbeitet werden mŸ§te. Aber so rasch? Botansky will den Preis verhandeln, Bernhard stšhnt. Was er damit denn vorhabe? Botansky erzŠhlt, da§ er einen Auftrag fŸr ein Bio-Buffet bei Drumbish erhalten habe, pro Person um fŸnf Hunderter, mit allem Drum und Dran. Er ruft eine Frau, die aus einer verschmuddelten KŸche nebenan kommt, und frŠgt, ob das Zeug noch verwertbar sei. Sie sagt, da§ mit einer gehšrigen Sauce, als bio verkauft, denn das kennt sich sowieso keiner aus, Hauptsache es schmeckt irgendwie nach Land und exotisch, damit noch was anzufangen wŠre. Botansky und Bernhard verhandeln um den Preis, Bernhard lŠ§t ihm 50 Prozent nach, obwohl Botansky im Recht ist. Bernhard erkundigt sich nach den rauchenden Fabriksschloten, die im Hintergrund sichtbar sind. Botansky erzŠhlt, da§ dies die Firma Beta sei, wo ungeheure Mengen zuletzt produziert worden seien, obwohl es KonkursgerŸchte gŠbe, das sei ihm unverstŠndlich. Noch dazu besŠ§e die Firma gewaltige FlŠchen (er zeigt das Ausma§ am Horizont) in bester Lage. Da stimme etwas nicht. Wenn man ihn frage, wŸrde er Beta-Aktien kaufen, er habe da eine Nase.
  18. BonviŽ, Stadtzentrum, Bank. Bernhard geht in die Bank.
  19. Bank BonviŽ, Wertpapierabteilung. Bernhard ist im GesprŠch mit dem Wertpapierberater, der ihm abrŠt, Beta zu kaufen, es werde von Konkurs gemunkelt. Bernhard besteht darauf, er habe da ein inneres GefŸhl, er mšchte die HŠlfte seiner nicht unbetrŠchtlichen Ersparnisse per Montag in Beta anlegen. Denn heute seien die Bšrsen ja schon geschlossen.
  20. BonviŽ, Stadtzentrum, halb sechs. Helena kauft in einer Boutique ein elegantes Abendkleid. Sie sieht hinrei§end aus.
  21. Wohnung Helena, kurz vor acht. Helena geht nervšs auf und ab, richtet ein wenig ihre Wohnung, die wie immer sehr unordentlich aussieht: Sichtlich verschmutzt, Ÿberall Staub, schmutziges Geschirr. Sie hat sich geschminkt, trŠgt dunkelblauen Netzpulli und langen, schwarzen Rock. Nervšs sieht sie immer wieder zum Fenster hinaus.
  22. Wohnung Helena, Viertel nach neun. Helena sieht wieder zum Fenster hinaus, endlich der schwarze Golf von Victor, dahinter noch ein anderes Auto. Sie hupen, Sabine steigt aus und sieht hinauf, winkt.
  23. Stra§e vor HelenaÕs Haus. Helena geht die Treppe auf die Stra§e hinunter zu den Autos, Sabine, grell geschminkt, in hautengem wei§en Seidenanzug, grŸ§t sie mit einem Wangenku§, Victor ist ausgestiegen und pfeift durch die ZŠhne, macht ihr Komplimente, lŠ§t sie in den Fonds des Wagens einsteigen. Aus dem anderen Auto grŸ§en lŠssig Yuppies.
  24. Auto Victor. Helena sitzt mit einem jungen Mann im Fond, der sich mit Victor - zwischen den Vordersitzen vorgebeugt - Ÿbers GeschŠft unterhŠlt. Victor erzŠhlt, da§ er eine Stadtwohnung vom Vater erhalten wird. Helena sieht im RŸckspiegel, da§ sie Victor immer wieder ansieht. Sabine ist nervšs und aufgekratzt, spielt am Autoradio.
  25. Discothek, ohrenbetŠubende, stampfende Musik, Tisch mit Victor, der sich sichtlich gelangweilt in der Sitzecke zurŸckgelehnt hat und beobachtet, einer seiner Kollegen, immer wieder aufstehende und sich niedersetzende Leute aus der Clique, Sabine všllig aufgekratzt und meist tanzend. Helena bleibt immer sitzen. Ab und zu frŠgt sie jemand, ob sie SabineÕs Schwester sei, wo sie arbeite, es kommt aber kein GesprŠch zustande. Sie raucht sehr viel, trinkt einen Campari nach dem anderen, fŸhlt sich sichtlich unwohl. Victor sieht immer wieder zu ihr. Er will gehen, es sei Mitternacht, Sabine benimmt sich wie ein kleines MŠdchen, bettelt um den nŠchsten Tanz, die nŠchste Scheibe, noch ein GetrŠnk, tratscht aufgeregt mit ihren Freundinnen, wirft sich auf Victor, der sie wieder wegschiebt. Sie gehen um zwei Uhr, Helena ist sehr mŸde, Victor gŠhnt immer wieder.
  26. Parkplatz vor der Disco. Sabine hat sich bei Victor eingehŠngt, murmelt nur noch von mŸde, die Schminke lŠuft ihr Ÿbers Gesicht, sie schlŠft im Gehen, legt den Kopf auf VictorÕs Schulter. Der bietet auch Helena den rechten Arm, sie hŠngt sich ein, geht neben ihnen langsam her. Nach einigen Metern umfa§t er Helena an der HŸfte, Sabine bemerkt nichts, sie schlŠft beinahe an seiner Schulter, und zieht sie an sich. Helena lehnt ihren Kopf an seine Schulter, bis sie zum Auto kommen.
  27. Wohnung Helena, Samstag Vormittag, halb elf Uhr. Helena wacht auf, sieht auf die Uhr, springt auf und hŠlt sich schmerzverzerrt den Kopf, sie hat zuviel getrunken und Šrgert sich. Hastig macht sie Kaffee, wartet, hat das Wasser vergessen, gie§t nach, es zischt auf, sie erschrickt, stš§t sich am Herd, humpelt mit der Kanne in der Hand, schimpft auf sich, der Kaffee lŠuft Ÿber die Arbeitsplatte, flie§t zu Boden, sie jammert: Alles mu§ sie alleine machen, sinkt zu Boden, stŸtzt sich auf die Fliesen, weint gepre§t, sie hat es satt.
  28. BonviŽ, Innenstadt. Friseur. Helena lŠ§t sich wunderschšn machen. Sieht zufrieden in den Spiegel. LŠ§t sich noch schminken, die KrŠhenfŸ§e wegretouchieren, die grauen StrŠhnen - die hat sie von der Mutter - durch FŠrben beseitigen.
  29. Elternhaus Bernhard, Wohnzimmer, zehn Uhr. Der Vater bittet Bernhard, ihn mit dessen roten Fiesta zu den EinkŠufen nach BonviŽ mit Mutter fahren zu lassen, denn er fahre lieber mit dem Kleinwagen als mit seinem Mercedes in der Gro§stadt. Die Mutter ist mŸtterlich bemŸht, der Vater freut sich mit ihr, da§ er ein Rendezvous hat, es ist ja schon Zeit, der Bub (wie sie sagen) ist ja zweiunddrei§ig. Der Vater steckt ihm Geld zu. Bernhard fŠllt ein, da§ er noch die Blumen holen mu§, die er diesmal persšnlich abgeben mšchte: Um sich damit als Urheber der Blumensendungen an Helena zu offenbaren. Er telefoniert mit dem Gasthof, reserviert fŸr acht, maximal neun Uhr den besten Tisch, ist sichtlich gut bekannt mit dem Gastronomen, und trŠgt ihm auf, eine nur mit Wasser gefŸllte Vase auf den Tisch zu stellen.
  30. Mercedes von BernhardÕs Vater, Innen. Bernhard fŠhrt nervšs auf der Stra§e von BonviŽ. Die Benzinuhr bewegt sich im roten Bereich, Bernhard nimmt davon keine Notiz, am RŸcksitz hat er einen gro§en Blumenstrau§.
  31. Elternhaus Helena. KŸche, 11 Uhr. Sabine und Victor sitzen verschmust und kaum bekleidet beim KŸchentisch, als Adolf mit einer gro§en Schachtel mit dem Wochenendeinkauf hereinkommt. Sabine fischt ihm die Zeitung heraus, die obenauf liegt. Beide lesen Zeitung. Victor frŠgt scheinhalber, ob er beim Reintragen helfen soll, Adolf verneint. Ruth sei beim Friseur, wegen des komischen Vortrages am Abend Ÿber Magnetismus. Sie bestehe darauf, da§ er sich das anhšre, um sie besser zu verstehen. Wahrscheinlich kaufe sie dann wieder eine Strahlenmatte, wie schon fŸnfmal in der Vergangenheit. Sabine weist Victor empšrt auf eine Schlagzeile hin, wonach ein Kindesmi§brauch durch einen Vater aufgedeckt worden sei. Victor verlangt, da§ man solche Leute einsperren, und wenigstens zwangspsychiatrieren mu§. Adolf nimmt verlegen eine Flasche Bier aus dem KŸhlschrank und geht in den Garten, um am Biotop weiterzuarbeiten. Victor will noch die Wirtschaftsseiten lesen, aber Sabine neckt ihn und rei§t ihm die Zeitung aus der Hand, sie schmusen. Adolf kommt um die zweite Flasche Bier, schaut verlegen weg. Man sieht die Zeitung in ihren Teilen am Boden liegen: Auf der Wirtschaftsseite prangt die †berschrift: "Beta-Verkauf geplatzt: Konkurs? Clarich will Drumbish".
  32. Supermarkt. Helena schiebt hastig einen Einkaufswagen durch die Regalreihen, nimmt wahllos Dinge, wirft sie in den Wagen.
  33. Wohnung Helena, zwei Uhr Nachmittag. Sie ist schon fertig hergerichtet, geht nervšs auf und ab, sieht immer wieder auf die Uhr. Die EinkaufstŸten stehen noch bei der KŸchentheke, unausgepackt. Schlie§lich zieht sie das Abendkleid, das sie am Vortag gekauft hat, wieder aus, und legt sich auf die Couch, um ein wenig zu schlafen. Sie trinkt ein Glas Wein, die Weinflasche steht vor ihr.
  34. Elternhaus Bernhard, sein Zimmer, vierzehn Uhr. Er probiert AnzŸge und Sakkos, sucht alle mšglichen Accessoires zusammen, ruft durch die TŸre nach unten, ob ihm der Vater das Zigarettenetui borgt (Bernhard raucht nicht), frisiert sich, beduftet sich. Immer wieder sieht er nervšs auf die Uhr.
  35. Elternhaus Helena, Garten. Adolf steht bis zur HŸfte in dem ausgeschachteten Biotop, und legt sorgsam wie bei einem Mosaik Steinchen um Steinchen, um es auszulegen. Es ist brennendhei§, er trinkt immer wieder von seiner Bierflasche.
  36. Elternhaus Helena, Wohnzimmer. Ruth liegt auf der Couch, der Fernseher ist eingeschaltet. Es lŠuft eine Sendung Ÿber das Zšlibat, mitsamt Telefonabstimmung. Sie wŠhlt immer wieder die Nummer. Sie jubelt, als das Ergebnis 4:1 gegen das Zšlibat ausfŠllt, meint zu sich, man solle die Priester endlich heiraten lassen, es seien auch Menschen, und nur so werde man Mensch.
  37. Elternhaus Helena, Zimmer Sabine, fŸnf Uhr Nachmittag. Sabine sitzt unter dem DachflŠchenfenster und richtet ihr Haar. Sie sitzt im Slip, mit einer hellen Bluse, durch die die Sonne durchscheint und ihre Konturen deutlich sehen lŠ§t. Beim Auf und Nieder ihrer Arme sieht man ihre Achseln. Victor liegt am chaotischen Bett und blŠttert lustlos in einer Zeitschrift. Dann sieht er ihr zu, wird sichtlich erregt, als er ihren schšnen, jungen Kšrper sieht. Vorsichtig beginnt er, sie mit den Zehen zu liebkosen, legt sich mit den Fingern immer wieder einen Blick auf ihren Kšrper durch Einblicke in die Bluse frei. Sie lŠ§t ihn erst gewŠhren, weist ihn aber dann immer mehr zurŸck. Er wird immer zudringlicher. Sie weist ihn immer schŠrfer zurŸck. Er lŠ§t sich auf den Boden gleiten, will sie zu sich ziehen. Sie wehrt sich, denn es wŸrde ihre Frisur zerstšren. Er aber drŠngt immer mehr, zieht sie, worauf sie vom Hocker auf ihn fŠllt. Sie ringen am Boden, sie wird immer wŸtender, er will ihr den Slip herunterziehen, sie beschimpft ihn wŸst, fa§t ihn am Ohr, gleitet ab und zerkratzt ihm die Wange. Er zuckt zurŸck, blutet, schimpft auf sie. Sie streiten,. wobei Sabine ihn "Sexschwein" nennt und ihm seine "Massagen" in Singapur, von denen sie erfahren hat, vorwirft. Er nennt alle Surbeer-Frauen ÔHurenÕ, das lŠge in der Familie.
  38. Elternhaus Bernhard, Garage. Der Vater bietet Bernhard an, mit seinem Mercedes zum Rendezvous zu fahren, aber er mŸsse tanken. Bernhard nimmt an. GesprŠch, da§ es doch erst sechs Uhr sei, aber Bernhard ist sehr nervšs, will auf jeden Fall rechtzeitig da sein, geht halt noch ein wenig vor BonviŽ spazieren. Die Mutter lŠchelt, richtet ihm noch den Kragen, er soll einen guten Eindruck machen, und er fŠhrt ab.
  39. Mercedes Bernhard. Die Benzinuhr zeigt die Nadel ganz am untersten Rand des roten Bereichs. Bernhard fŠhrt durch Trobeau durch. Beim Schild "Urlaub am Bauernhof" au§erhalb von Trobeau, wo auch "Kaffeejause" steht, an der Abzweigung zum ehemaligen "Schweitzerhof", biegt er ab, will noch einen Kaffee trinken, und fŠhrt auf die Schotterstra§e.
  40. Elternhaus Helena, KŸche. Sabine und Victor beflegeln sich heftig. Die Mutter sieht betreten zu, versucht zu schlichten. Sabine ist sehr wŸtend. Victor kocht. Sabine frŠgt, ob die Eltern sie bei ihrer Freundin Eva absetzen kšnnen, denn sie wolle heute nicht mit Victor ausgehen. Sie Mutter bejaht.
  41. Elternhaus Helena. Vor dem Haus. Sabine steigt in den Fonds des kleinen, roten Fiesta, den Adolf chauffiert, die Mutter setzt sich ins Auto, sie fahren ab.
  42. Auto Adolf. Sie fahren zur Hauptstra§e. Ein Mercedes kommt ihnen entgegen, sie weichen sich langsam aus, indem sie die Bankette befahren. Ruth belehrt schulmeisterlich Sabine, da§ diese sich nicht so benehmen kšnnen ihrem kŸnftigen Ehemann gegenŸber.
  43. Auto Bernhard. Ein roter Fiesta kommt ihm entgegen, er fŠhrt langsam auf das Bankett, das leicht erhšht ist, der Wagen ruckt erstmals. Im anderen Auto heftig streitend Ruth und Sabine. Der Wagen ruckt immer mehr, und bleibt plštzlich stehen. Bernhard erkennt schimpfend, da§ der Tank všllig leer ist. Die Uhr am Armaturenbrett zeigt ein Viertel nach sechs.
  44. Elternhaus Helena. Stra§e. Victor steigt wŸtend in seinen schwarzen Golf, schimpft heftig, als er das Lenkrad angreift, das sehr hei§ ist. Er fŠhrt mit durchdrehenden RŠdern davon.
  45. Schotterstra§e zum Elternhaus Helena. Bernhard nimmt aus dem Kofferraum des Mercedes, bei dem sŠmtliche Seitenfenster gešffnet sind, wobei man am RŸcksitz den gro§en Blumenstrau§ sieht, einen Benzinkanister, rŸttelt ihn, aber er ist leer. Er macht sich in Richtung des Schildes "Urlaub am Bauernhof zu Fu§ auf. Nach einigen Metern kommt ihm ein schwarzer Golf in hohem Tempo entgegen, der rŸcksichtslos am Bankett an ihm vorbeibraust, obwohl Bernhard durch Winken Zeichen gibt, da§ er anhalten soll.
  46. Autoinneres Victor. Victor macht sich Ÿber den Mann am Stra§enrand lustig, der winkt. Ihm sei wohl das Benzin ausgegangen. Warum kaufe er sich auch so ein gro§e Luxuskarosse, so ein Angeber.
  47. Elternhaus Helena. Bernhard steht am Gartenzaun und sucht nach der Klingel, niemand šffnet. Er ist erst unschlŸssig, welche Richtung er einschlagen soll, geht dann in Richtung Bauernhof weiter. Er sieht immer wieder auf die Uhr.
  48. Wohnung Helena. 18.30 Uhr. Sie wacht auf, sieht auf die Uhr, springt nervšs auf und beginnt sich neuerlich herzurichten, zieht ihr Kleid an, geht ins Bad, kommt wieder heraus, geht wieder ins Bad, kommt heraus, rŠumt da und dort ein StŸck weg, ist sehr nervšs, sieht wieder auf die Uhr: Jetzt erst rŠumt sie den Einkauf weg, stellt die Milch in den KŸhlschrank. Plštzlich klingelt es. Sie schimpft leise, er sei doch viel zu frŸh, stolpert zur TŸr, šffnet, und erschrickt: Es ist Victor. Er begrŸ§t sie salopp, wie alte Freunde, sie lŠ§t ihn ein, weist aber darauf hin, da§ sei jeden Moment weg mŸsse, und nicht viel Zeit fŸr ihn habe. Er sagt, da§ er nur einmal bei ihr vorbeischauen habe wollen, und ob er Kaffee bekomme. Sie bittet ihn, ihn sich selbst zu machen. Er geht zur KŸche, sie ruft immer wieder, wo welche Dinge zur Zubereitung zu finden sind, verschwindet wieder im Bad. Victor macht Kaffee. Ruft nach Milch. "KŸhlschrank," ruft sie aus dem Bad. Geht immer wieder hin und her, Haarspange zwischen den Lippen. Er sieht ihr zu, macht ihr Komplimente. …ffnet die Milch, gie§t sich Kaffee ein, tut Milch dazu, aber die ist sauer. Sei entschuldigt sich. Aber er mŸsse nun gleich gehen, sagt sie, sie werde abgeholt. Er frŠgt von wem? Sie sagt: Von einem Arbeitskollegen. Er sagt: Aha, Erbsenbesprechung. Sie wirkt verlegen.
  49. Bauernhaus "Schweitzerhof", mit Schild "Urlaub am Bauernhof". Vor dem Haus. Die BŠuerin spricht mit Bernhard, bedauert, der Mann sei im Wald zur Holzarbeit mit dem Benzinkanister, und sie habe sonst nur Diesel im Haus. Ein Feriengast tritt hinzu und bietet Bernhard an, ihn zur nŠchsten Tankstelle nach Trobeau zu fahren, um Benzin zu holen. Bernhard nimmt dankend und sehr nervšs an, drŠngt, schaut immer wieder auf die Uhr. Es ist Viertel nach sieben.
  50. Wohnung Helena. Helena ist sehr nervšs. Victor geht in der Wohnung auf und ab, begutachtet alles. Besieht ihre BŸcher: Kamasutra, Buchklubausgaben "Welt von heute", D.H. Lawrence, Pernodflasche, halbleer. Er grinst. Sie verschwindet wieder im Bad. Er bŸckt sich und riecht an der Couch, grinst. Er stichelt, da§ der Kollege sie im Stich lassen wŸrde. Sie verneint, Šrgert sich Ÿber Victor, ist nervšs. Victor macht ihr den Vorschlag, mit ihr zum Essen zu gehen. Er wisse ein nettes Restaurant, am Stadtrand von BonviŽ, leicht am HŸgel gelegen, wo eine sanfte Brise die Hitze ertrŠglicher mache. Er habe zwar keinen Tisch reserviert, aber das werde er schon richten, der Wirt sei mit ihm gut bekannt. Helena lehnt deutlich ab.
  51. Tankstelle in Trobeau, nur eine verrostete ZapfsŠule. Der Urlauber und Bernhard versuchen, einen Tankwart zu finden, denn es ist geschlossen. Niemand ist zu finden. Ein alter Mann geht vorbei und sagt, da§ am Samstag immer geschlossen sei. Bernhard ist sehr nervšs, fast schon verzweifelt. Er sagt, da§ er in einer halben Stunde in BonviŽ sein mŸ§te. Der Urlauber meint, er kšnne ihn leider nicht hinbringen, mŸsse wieder zurŸck. Er solle doch ein Taxi rufen, das sei doch gleich hier. Bernhard lŠuft zu einer Telefonzelle und ruft ein Taxi an.
  52. Wohnung Helena. Zwanzig Uhr. Victor frŠgt, wann denn der Kavalier kommen hŠtte sollen. Helena ist verlegen, nervšs, sagt, da§ Victor gehen mŸsse, denn gleich komme ihr Galan fŸr den heutigen Abend. Victor beobachtet sie amŸsiert. Der komme nicht, sagt er, das habe er im GespŸr.
  53. Trobeau, Telefonzelle. Bernhard tanzt von einem Fu§ auf den anderen, endlich kommt das Taxi. Er sieht auf die Uhr, es ist 20.00. Er springt ins Taxi.
  54. Taxi-Inneres. Bernhard erzŠhlt dem Taxifahrer, da§ er schon hšchste Zeit hat. Sie fahren an der Abzweigung der Schotterstra§e vorbei, da fallen Bernhard die Blumen ein, aber er sagt dem Taxifahrer, er solle weiterfahren, es sei ohnehin schon so spŠt.
  55. Taxi-Inneres, Stadtgrenze BonviŽ, dichter Verkehr, rote Ampel. Bernhard ist nervšs, schimpft auf alle Verkehrsbewegungen, die sie aufhalten. DrŠngt den Fahrer, greift nach der Geldbšrse, sagt erregt, da§ er zuwenig Geld dabeihabe, wenn er jetzt auch noch das Taxi zu zahlen habe, und weist den Fahrer an, einen Geldausgabeautomaten noch aufzusuchen. Die Uhr am Armaturenbrett zeigt halb neun.
  56. Wohnung Helena. Helena geht nervšs auf und ab, immer wieder sieht sie zum Fenster hinaus, drŸckt sich gegen die Wand, sieht auf die Uhr. Es ist fŸnf nach halb neun. Victor wartet, sagt nur ab und zu ein Wort, da§ die Einladung stehe, der andere werde nicht kommen, sie sehe es ja. Helena ist bereits wŸtend. Victor schaut ihr Ÿberlegen zu.
  57. Stra§e in BonviŽ. Bernhard steht am Geldausgabeautomaten, der lange braucht, steigt von einem Bein aufs andere, deutet mit den HŠnden, um ihn wie zu beschleunigen, rei§t Geld und Karte heraus und steckt es in die Tasche. LŠuft zum Taxi zurŸck, springt hinein.
  58. Helena ist sehr wŸtend. Victor macht immer wieder ein spitze Bemerkung. Es ist zehn vor neun. Da schnaubt Helena und sagt Victor, da§ er recht habe, das sei doch ein Miesling, der sie da wie ein kleines MŠdchen sitzenlasse. Victor bestŠtigt sie, das habe sie nicht nštig, so wie sie aussehe kšnne sie sich das doch aussuchen, sei doch keine Bittstellerin. Helena nickt, und sie gehen aus der Wohnung.
  59. Auto-Inneres Victor. Victor blinkt, man sieht im RŸckspiegel ein Taxi nŠhern. Es hŠlt, Victor fŠhrt aus der ParklŸcke und davon.
  60. Taxi-Inneres. Bernhard ist sehr nervšs, sie kommen zum Haus an die Dash. Der Taxifahrer wartet, weil vor ihnen ein Auto aus der ParklŸcke will, wŠhrend Bernhard das Geld zum Zahlen bereithŠlt, einen gro§en Schein. Das Taxi hŠlt endlich, Bernhard drŸckt dem Chaffeur den Schein in die Hand, sagt, da§ es schon stimme, und springt aus dem Auto.
  61. Wohnhaus Helena, Treppenhaus. Bernhard lŠuft, indem er mehrere Stufen auf einmal nimmt, die Treppe hinaus. Vor der Wohnung von Helena hŠlt er schnaufend und lŠutet. Mehrmals. Niemand šffnet. Er denkt kurz nach, und lŠuft wieder hinunter.
  62. Stra§e vor dem Wohnhaus Helena. Bernhard springt die Vorstufen hinunter und lŠuft nach links, biegt in die nŠchste Seitenstra§e.
  63. Telefonzelle auf der Stra§e, BonviŽ. Bernhard sucht hastig eine Nummer im Telefonbuch, legt zwei MŸnzen, mehr hat er nicht mehr in der Tasche, auf die Ablage und telefoniert. Ob dort der Gasthof sei, er wolle den Wirt sprechen. Ja, danke. Er wartet.
  64. Gasthaus in BonviŽ, inmitten von BŠumen, ein umgebauter Bauernhof. Gastgarten. Victor kommt mit der eingehakten Helena und wird vom Gastwirt freundlich empfangen. Der bedauert aber, es sei heute kein Tisch frei. Da kommt eine Kellnerin zu ihm und sagt ihm, da§ er am Telefon verlangt werde. Er entschuldigt sich und geht ins Haus.
  65. Telefonzelle auf der Stra§e, BonviŽ. Bernhard wirft die letzte MŸnze ein, endlich ist der Gastwirt am anderen Ende, und Bernhard erkundigt sich, ob eine Frau, Ende zwanzig, brŸnettes Haar, sehr hŸbsch, alleine bei ihm sei, nein?, nein, den Tisch brauche er nicht mehr, piepsen, die Leitung ist. tot.
  66. Gastgarten Gasthaus. Der Wirt kommt zu Victor und Helena uns sagt, da§ soeben sein bester Tisch durch Zufall freigeworden sei, und bittet sie weiter. Es steht eine leere Vase darauf. Eine Kellnerin bringt die Speisekarten.
  67. Gastgarten Gasthaus. DŠmmerung. Tisch. Victor bestellt weltmŠnnisch auch fŸr Helena ein sehr opulentes Mal, bestellt sofort einmal einen Digestif, Obstsekt. Er erzŠhlt von seiner letzten GeschŠftsreise. EntzŸndet die Kerzen.
  68. Kai an der Dash. Bernhard schlendert enttŠuscht und zornig entlang, man sieht das Haus von Helena, er sieht immer wieder hin. Zwei Stadtstreicher pumpen ihn um Geld an. Ohne nachzusehen drŸckt ihnen Bernhard den gesamten Inhalt seiner Hosentasche in die Hand, die beiden sind hšchst erstaunt und machen sich sofort aus dem Staub. Bernhard ist verzweifelt und wŸtend, geht die Treppen zum befestigten Ufer hinunter.
  69. Kneipe in BonviŽ, verraucht, unterstes Niveau. Die zwei Stadtstreicher saufen sich fršhlich einen an und feixen Ÿber die gro§zŸgige Gabe. Einer sagt, da§ man damit eine ganze Woche auskommen wird, und jeden Tag einen Luxusrausch haben kšnne.
  70. Gastgarten, Tisch. Victor und Helena essen, Victor schenkt Helena Wein nach, animiert sie, den hervorragenden Tropfen nicht schlecht werden zu lassen.
  71. Ufer an der Dash, unter der Kaimauer. Nacht. Bernhard steht trotzig weinend am Flu§rand, in dem sich die Lichter der Stadt spiegeln, und schiebt mit seinem Fu§ Steine auf einen Haufen, als mŸsse er eine sehr konzentrierte Arbeit erledigen.
  72. Gastgarten, Tisch. Dunkel, Kerzenlicht. Helena hat VictorÕs Sakko umgehŠngt, kuschelt sich hinein, hšrt ihm mit warmem Blick zu. Am Tisch eine andere Flasche Wein, das Essen ist bereits abgetragen. Victor spricht sehr leise und charmant.
  73. Gastgarten, Tisch. Helena ist bereits sichtlich vom Alkohol mŸde, Victor schenkt ihr gerade einen Pernod ein und gie§t Wasser dazu, der Wirt tritt hinzu und bittet die Sperrstunde zu beachten, es sei Mitternacht. Victor bittet nur noch um ein paar Minuten.
  74. Gastgarten, Tisch. Der Wirt tritt zu den beiden, es sei bereits ein, er mŸsse nun wirklich hšflich ersuchen, zu gehen, Victor zahlt, und Helena erhebt sich, sie wankt ein wenig. Victor nimmt sie um die Schultern, als sie den Gastgarten verlassen.
  75. Kaipromenade an der Dash, vor HelenaÕs Wohnhaus. Ein roter Ford hŠlt, Bernhard steigt ein.
  76. Wohnhaus Helena. Stra§e. Victor hilft Helena aus dem Wagen, die sichtlich wankt, und leitet sie Ÿber die Stufen. Sie gibt ihm die SchlŸssel, schmiegt sich an ihn. Sie betreten das Haus.
 
 
     
johannes
darstellung
ambrosius
sprache
EBERHARD
stimme
WAGNER
©
wort
   
 
Home  
   
 
         
         
Der Albatros ARS ACTU - Verein zur Fšrderung der KŸnste