FŸnf Lieder

an das Ende des Winters

 

 

I

Wie trŸbe ward mir einst der Sinn

SuchtŌ ich der Herzen Weiten

Wollt lauschen wo Ihr Tšnen ist

Und spŸrÕn wie weit sie reichen.

 

Doch eng und blechen sind sie worden

Und furchtbar knšchern gar

Sie klammern sich an Karstgespinst

Den WŸsten gleich, den bleichen.

 

Es drŸckt mir an den Kreis der Brust

Wie Schnecken krŸmm ich mich

Oh Welt, wie sehr ich doch vermi§t

In jedem Herz dich zu erreichen.

 

 

II

Es ziehÕn auf staubigen Stra§en

Viel MŠnner, in Lumpen gehŸllt

Sie tragen erbeutete Waffen

Ihr MŸtchen ward nimmer gekŸhlt.

 

Kein haus blieb von Ihnen verschonet

Sie zerren die Sšhne heraus

Kein Diebesgut das sich nicht lohnet

Das Schreien, das ist Ihr Applaus.

 

So wird ganz erbŠrmlich geschŠndet

Das Antlitz der Erde entstellt

Ins Dunke sie selbst sich geblendet

Kein Licht mehr die Fratzen ehellt.

 

UmhŸllet von schŠbigen Lumpen

Vereinet in Hšllengebraus

Voll StŠrke aus galligen GrŸnden

LŠ§t sie das Verderben nicht aus

 

 

III

So schlafe fest, mein Sšhnchen und schmiege Dein Haupt

In Deine Kissen Š ich wiege Dich ein

Deine TrŠume sollÕn sŸ§ sein von meinen KŸssen

Dein Gesichtchen umglŸht von der ZŠrtlichkeit Wein.

 

Um Deine Seele da mšchte ich errichten ehÕrne Hecken

Mit stachligem Dolch Š mein Atem fŸr Dich

Meine Glieder sind mŠchtig im Kampfgegen Strolche

Deien glŠserne Haut mit Licht gŸrte ich.

 

Duftende Stille umfŠngt uns nun beide, nun ruhe

Auf Deiner Statt Š ich wache davor

Deine KrŠfte sollÕn frisch sein fŸr jene Taten

Die Rohheit mir selbst in den Adern erfror.

 

So schlafe fest mein Sšhnchen und schmiege Dein Haupt

In Deine Kissen Š ich wiege dich ein

Der Schoo§ der Erde wird Dich niemals vergessen

... auch du wirst mir bald schon genommen sein.

 

 

IV

Kann ich denn nicht getršstet sein?

`Bin gar am End der Zeiten?

Wie ri§ ich mir an Dornenhecken

Die blutÕgen Male in die Saiten.

 

Voll Angst vor ihm, dem Weltentode

Der aus den Schluchten steiget

Die mir von ringsumher schwarz gŠhnen

Nur nicht ins Dunkel wollt ich schreiten.

 

Welch Beben, das mich nun erfa§t

Steh ich am End der Zeiten?

IstÕs Leben, das vorŸberrauscht

Und mšchte mich mit Honig verleiten?

 

Mit Zittern kosten meine Arme ...

Der Glanz dieser Leben ist Gischt!

Und seh in den Augen die HŠme:

Verzweiflung istÕs Š Euch fehlt ... Erbarmen.

 

 

V

Auf einem Rosengarten

Da lieget reifer Schnee

Geduldig trug erÕs Warten

Bedeckt war alles Weh.

 

Die Linde selbst, sie harret

Mit stummer Leibeszucht

Die KrŠhe eisern schnarret Š

Hat Leben sich gesucht.

 

An einem dieser Tage

Da steiget dann die Sonn

Zu ihr drang keine Klage,

im Kreise steiget Lohn.

 

So flie§t in seine Formen

Der Wesen Wirkgewerde

Und baut aus seinen Nornen

Die Fruchtgewalt der Erde.

 

November 1999

 

 
     
johannes
darstellung
ambrosius
sprache
EBERHARD
stimme
WAGNER
©
wort
   
 
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