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†ber den Schauspieler - Teil 5
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Die
AutoritŠt des Schauspielers |
"Ich
kann nur spielen, was ich gesehen habe." (Mario Adorf) |
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Klempner ist Klempner, auch wenn er arbeitslos ist. Ein Schauspieler
aber der nicht spielt ist kein Schauspieler." (Mario Adorf) |
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Der Schauspieler mu§ sich seiner Persšnlichkeit, seines Menschseins
als TrŠger und Ort aller Rollen klarwerden, sowenig seine Privatperson
auf der BŸhne zu suchen hat. Wird ihm diese AutoritŠt entzogen wird
sein Spiel StŸckwerk, ein Aneinanderreihen von phŠnomenologisierten
Inhalten, die doch nur immanent sein kšnnen. |
Erkennen
bedeutet: Leben durch Teilhabe. |
ErzŠhlen
braucht ein Insgesamt
Erst in dieser AutoritŠt bekommt er die Ruhe, mit der er sich auf
das konzentriert, was sein Spiel Ÿberhaupt erst hervorbringt: Die
Handlung, der Text, die konkreten LebensumstŠnde wie sie der StŸckautor
lŠngst durchgedacht hat und vorgibt. |
Der
Maler nimmt Ÿber die Sinne eine Gestalt auf - die in ihm weiterlebt,
soda§ "die Gestalten ihr Bild selbst zeugen." Er wird
zur Maschine, deren Idee das Objekt ist.
Nur wenige Regisseure tragen ein StŸck aus einer Haltung heraus,
in der sie ein StŸck verstehen wollen, und ertragen da§ der Schauspieler
dessen Idee im einzelnen - weil er als Persšnlichkeit bestimmte
Facettenspiele in sich trŠgt, die immer einzig sind - abwandelt.
Viel zu oft wird der Akteur auf der BŸhne damit konfrontiert, da§
schablonenhaftes Spiel zu entstehen hat. Viel zu oft wird man damit
konfrontiert, da§ der Regisseur selbst eine "neue" Aussage
gestalten will - und damit eigentlich in das StŸck eingreift.
Vielleicht
aber kein Stand wie jener des Regisseurs mu§ ein Staunender am Theater
sein. Und wie ein Kšnig eben die Bedingungen dafŸr schaffen, da§
alle Beteiligten sich entfalten. Das nennt man "Gemeinwohl." |
Es
kann nur erkannt werden, was "fŸr mich" AutoritŠt hat.
AutoritŠt
braucht ein Gesicht in der Kultur eines GesellschaftsgefŸges.
Der
"Verzicht" auf AutoritŠt ist nicht nur unmšglich, sondern
der bekundete Verzicht auf Erkennbarkeit und damit der Verzicht
auf ein Werk. |
Die
Stadt - Metapher fŸr eine BŸhnenproduktion
Es gibt keine "reinen GefŸhle" Und genausowenig ist ein
Handeln auf der BŸhne von Emotionen motiviert. Wie im Leben resultiert
ein Handeln aus objektiven, sachlichen UmstŠnden.
Wenn
man dennoch am Theater immer hŠufiger hšrt, da§ Emotionen ein Handeln
begrŸndeten dann ... man mu§ es sagen ... weil der Mensch falsch
verstanden wird. Emotionen haben immer eine Ursache in sachlichen
Gegebenheiten.
Aus
solch eindimensionaler Sicht entstehen groteske AuswŸchse: So Schauspiellehren,
die beginnen, kŸnstlich "zweite Bšden" einzuziehen, um
dem von ihnen selbst Produzierten wieder mehr
Facetten zu geben.
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GlaubwŸrdigkeit
ist eine Frage des Horizonts, auf den hin gespielt werden soll.
Es ist nicht zufŠllig, da§ gerade "mangelnde GlaubwŸrdigkeit"
eines BŸhnenspiels eine hŠufig zu hšrende Kritik am heutigen Theater
ist.
Wer
natŸrlich ein fixiertes Bild eines Gesollten hat wird nie bereit
sein, ein Spiel als das zu nehmen, was es ist, wird nie AutoritŠt
zuerkennen - und nur daraus kann Ÿberhaupt ein Etwas erkannt werden
- und damit auch den Schauspieler verformen. |
Es
gibt nur zwei Arten mšglichen Erkennens, immer aber braucht es das
Staunen:
- Wenn eine
Form "abgerundet" in mir ist (auch das Wiedererkennen
braucht erst das uneingeschrŠnkte Annehmen des Begegnenden,
also dessen AutoritŠt, denn es mu§ sich einmal entfalten damit
ich an seinen Wirkungen in mir ein Urteil abgeben kann) oder:
- Wenn ein
Etwas AutoritŠt hat die den Erkennenden weit Ÿbersteigt, weil
es mehr an Erkenntnis birgt als er trŠgt. Solche Figur, solche
Gestalt kann er dann nur im Staunen in sich belassen, wie man
einen Samen trŠgt, der sich dann entfaltet.
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Auch
das Publikum ist oft verbildet, was nur bedeutet: Fixiert in seinen
Erwartungen, die es erfŸllt haben will.
Doch
tragen viele AuswŸchse am Theater selbst wesentlich dazu bei: Allzu
lange hat das Theater damit gespielt, seien AutoritŠt aufzugeben.
Damit ist es aussagelos geworden, so sehr gerade dieser Mangel heute
bekŠmpft werden soll. Solange dieser aber "direkt" bekŠmpft
wird wird er noch grš§er werden. |