| Dieses
britische ErfolgsstŸck - Tony Award for best play 2005
- besticht weniger durch seine Handlung und seine Dramaturgie (die
durchaus originell ist), sondern durch seine unorthodoxen, frischen
Fragestellungen. Es setzt sich mit dem Sinn und Wesen der (heutigen)
schulischen Bildung auseinander, die vielfach nur noch ein Zubereiten
auf ein bestimmtes Verhalten darstellt. Bennett geht in dieser Geschichte
der Frage nach, ob Bildung nicht in erster Linie die Bildung des
Charakters bedeutet. Stattdessen ist heute eine Vermittlung anzutreffen,
die dem Entsprechen von Konvention und Gebrauchtswert entspricht.
Durch seine sehr freumŸtige Weise, Dinge neu zu sehen, di euns heute
wie gefangen halten, prŠsentiert sich der anglo-amerikanische Raum
in einer Wahrheitsbereitschaft, in einer Bereitschaft, Neurosen
freizulegen, die beeindruckend ist.
Das
StŸck selbst - Bennett gibt auch Hinweise zur Umsetzung - wŠre durch
manche spezifisch britische Anspielungen in vielem fŸr MitteleuropŠer,
zumal den deutschsprachigen Raum - nur schwer nachvollziehbar. So
ist uns kaum die britische Sicht des Ersten Weltkrieges verstŠndlich
oder Ÿberhaupt erst bekannt, der aber auch dort ein bis heute fortwirkendes
Traumata ist. Darauf wurde in der †bertragung von Eberhard Wagner
RŸcksicht genommen: Historische Spezifika werden durch geschickte
Hinweise und behutsame Texterweiterungen auch fŸr uns verstŠndlich.
Damit trŠgt das StŸck in dieser Form vermutlich sogar sein Teil
zu einer "VšlkerverstŠndigung" bei. Auch fŸr die "Sieger"
war 1914-18 und die Folgen - dem 2. Weltkrieg - eine erschŸtternde
Katastrophe mit gravierenden gesellschaftlichen Auswirkungen.
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