We are all guilty // Wir sind doch alle schuldig

von Kingsley Amis (1993)
"We are all guilty" (Penguin TB, London, 1993ff) dzt. vergriffen
Ein ausgezeichnetes Jugendbuch, das die Frage behandelt, wieweit gesellschaftlich "zeitgemŠ§e" Vorstellungen von Schuld und Menschsein die eigentliche Naur eines Menschen treffen. Die bei einem Jugendlichen noch deutlich weniger verbildet sein kann als beim Erwachsenen. Damit ist auch der Titel zweideutig. Das Buch ist leicht geschrieben und spannend, gerade durch den unverbogenen Blick, den Clive hat. Wobei sich manchmal lapidare, nŸchterne NebensŠtzchen als tiefsinnige Kulturkritik entpuppen.
 

We are all guiltyDer 17jŠhrige Clive langweilt sich zu Tode. Die Schulzeit schien schon so lange zurŸckzuliegen, da§ er sich nicht einmal mehr daran erinnen konnte. Und jetzt hatte er keinen Job und nur noch das bi§chen Arbeitslosengeld, das ihm kaum finanziellen Spielraum gab. Wenn ihn nicht gerade der Stiefvater zur Rede stellte, weil er keinen Beitrag zum Haushaltsbudget geleistet hatte, dann mŠkelte seine Mutter an ihm herum - da§ er sowieso nicht alle Tassen im Schrank hŠtte, oder irgendein lŠstiger Polizist schlich ihm nach und wollte irgend etwas von ihm wissen. Dabei wu§te Clive, da§ er keineswegs dumm war, aber das Leben schien so ohne Reiz zu sein Ð und es gab keine Hoffnung, da§ sich das je Šndern wŸrde.

Eines Tages sa§ Clive mit seinem Kumpel Terry sowie ihren Freundinnen Marilyn und Paula im Indischen Restaurant in ihrem Viertel. Da kam ihm die Idee ins ButterfieldÕs-Kaufhaus einzubrechen. Das schien ein Weg zu sein, wie man dieser furchtbaren Langeweile entkommen konnte Ð und vermied, Ÿber sein Leben und seine Zukunft nachdenken zu mŸssen.

Als Ergebnis ihres Einbruchs findet sich Clive in einer všllig unerwarteten Lage Ð er wei§ nŠmlich nicht mehr, ob er Opfer oder TŠter ist! Seine Straftat hatte schlimme Folgen, doch weil es sein erstes derartiges Vergehen ist stš§t er Ÿberall Ð oder sagen wir: Fast Ÿberall - nur auf Nachsicht und scheinbares VerstŠndnis. Das verwirrt ihn, denn er fŸhlt sich eigentlich schuldig und so gar nicht erleichtert, und er hat das GefŸhl, da§ er doch Strafe verdient hŠtte.

Eine kontroversielle und provokante Novelle, die die heutige Einstellung zu Verbrechen und Strafe behandelt, dargestellt von einem der herausragendsten Schriftsteller unserer Tage.

Sir Kingsley Amis wurde im Jahre 1922 in London geboren und besuchte die City-of-London-Schule sowie das St. JohnÕs-College in Oxford, dem er heute noch als Honoratior eng verbunden ist. Er lehrte an den Hochschulen von Swansea, Princeton und Peterhouse sowie in Cambridge. Zwischen 1949 und 1960 begann er seine Schriftsteller-Karriere als Dichter, wobei er diesem Metier stets treu geblieben ist. Seine gro§en Erfolge aber erzielte er als Romancier, im besonderen fŸr Lucky Jim, Take a Girl Like You und The Old Devils, fŸr das er 1986 auch den Booker-Preis erhielt. Er wurde 1981 in den Britischen Ritterorden CBE aufgenommen und 1990 auch zum Ritter geschlagen. Wir sind alle schuldig ist die erste ErzŠhlung fŸr Jugendliche, die Amis geschrieben hat.

 

 
     
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