Michel Sinoir - Die Frage der Zulassung der Frau zum AltardienstDIE FRAGE DER ZULASSUNG DER FRAU ZUM ALTARDIENST


†bersetzung des Buches "La question de l'admission des femmes au service de l'autel"
von PŽre Michel Sinoir, F-53390 Saint-Aignan-sur-Roe


Vor allem historiologische Abhandlung zur Frage des Frauenpriestertums und der Ministrantinnen

Zusammenstellung, teilw. †bersetzung und inoffizielle Herausgabe zu privaten Zwecken: Eberhard Wagner

†bertragung des Hauptteiles aus dem Franzšsischen im Auftrag des Herausgebers: Dr. Silke Kopf

2. Vorwort anlŠ§lich der †berarbeitung dieser Internet-Seiten - Eberhard Wagner

Was kann heute - 14 Jahre nach jenem pŠpstlichen Schreiben, das offiziell MŠdchen zum Altardienst (als Minstrantinnen) gestattete - gesagt werden? Zu sagen, da§ alle Warner vor den Folgen Recht behalten haben ist mŸ§ig. Solange immer noch die †berlegungen Ÿber ZusammenhŠnge zwischen Ursachen und Wirkungen den ganzen Block der Metaphysik - aus ideologischen, GrŸnden, aus GrŸnden des Zeitgeists - ausgeklammert werden "mŸssen". Und sich Genderwahn, eine kŸnstliche und sinnlose Inklusivsprache und die Feminismusdebatte noch nicht einmal in der HochblŸte ihres Gewaltrausches befinden. Gleichzeitig werden in diesen Jahren erste zarte Anzeichen einer Gegenstimme hšrbar - noch aber zu zart, und nicht mehr als ein Lšcken wider den Stachel. Das kaum mehr bewirkt als neue, noch wŸtendere Gegenreaktionen.

"Lex orandi - lex credendi!" Eine OFFENE DEBATTE zu dem Themenkomplex, der viel umfangreicher ist als die Frage der Ministrantinnen auf den ersten Blick eršffnet, IST NACH WIE VOR in diesem Land NICHT M…GLICH. Doch eine Prognose wage ich zu stellen, und es erfordert nicht einmal viel Mut: Es wird etwas passieren. Etwas, das auch die €u§erungen ršmischer Stellen schon in den letzten Amtsjahren von Johannes PauI II. deutlich kennzeichnete. Etwas, das die Politik generell - in Kirche wie Staat(en) - kennzeichnen wird. Denn die nŠchsten Jahrzehnte werden durch das Wort R†CKNAHME gekennzeichnet sein. Man kann einfach die wirkliche Wirklichkeit nie auf Dauer ausblenden. Und man kann sie jetzt schon sehen - die Massen vn Verantwortlichen und MitlŠufern, wie sie sagen: "Wir haben das nicht gewu§t!" Auch wenn die schšnredner des Zusammenbruchs von Kultur und Kirche noch Ÿberwiegen. Weil - und das ist das so Logische - sie in Wahrheit tatsŠchlich sagen kšnnen: "Wir waren nie dafŸr!"

Vorher aber werden wohl noch die letzten Reste Milch aus der Kanne verschŸttet werden. Und man kann nur wehmŸtig lŠcheln, wenn die Frage des Frauenpriestertums einen Šhnlichen Weg geht wie die Frage der Ministrantinnen. Die man gerade durch die Zulassung der Ministrantinnen erst aufgekocht hat. Denn nun haben wir es mit einer ganzen Generation von Frauen zu tun, die ihre IdentitŠt bereits am Altar (fehl)gebildet hat. So hŠngt das Problem "Frauenpriestertum" noch auf eine weitere und nun sehr praktische und handfeste Weise mit der Zulassung (bzw. zuvor schon mit der Verwendung) der MŠdchen zum Altardienst zusammen. Wie den MŠdchen jetzt noch die Nngelegenheit erklŠren, die ihnen doch lŠngst zur zweiten Natur geworden ist?

Das alles lŠ§t sich in erwachsen-resignierter Ruhe und ohne Schaum vor dem Mund sagen. In einer Zeit, wo Dummheit und MediokritŠt zur Elite wird (und wir stehen erst so richtig am Anfang dieser Entwicklung), ist es von grš§ter Wichtigkeit, nicht zu verbittern. Man darf auf die Verhei§ung Jesu fŸr die Kirche vertrauen: "Die Pforten der Hšlle werden sie nicht Ÿberwinden." Aber man mu§ dabei wissen, da§ sich dies auf die unendliche weil sakramentale Kraft und Unversehrtheit der Wurzel bezieht - nicht auf eine konkrete Gestalt. Oder Anzahl. So wenig die †bernatur vom Konkreten getrennt werden darf und (im Sinne eines redlichen Denkens) kann. Womit wir beim Thema des Buches von Sinoir wŠren.

Was hat diesese Thema aber auf den Seiten eines Menschen zu suchen, der sich mit KUNST befa§t? Wer die Themen dieser Internetseiten studiert wird bald entdecken, da§ es sich bei der "Krise der Kunst" (und von einer solchen spreche ich) und der Frage der "Zulassung der Frau zum Dienst am Altar" lediglich um unterschiedliche Facetten ein und desselben Problems handelt: Einer Nichtung der Schšpfung durch das Auseinanderrei§en von Form und Inhalt.
20. JŠnner 2007

Zur Entstehung (1995) - 1. Vorwort von Eberhard Wagner


Man kann fragen, was es noch fŸr einen Sinn ergeben soll, nach mittlerweile zwei Jahren "Ministrantinnenerlaubnis" ein Buch herauszugeben, das eigentlich genau diese Erlaubnis als gegenstandslos darstellen will. Diese "Erlaubnis" hat u.a. dazu gefŸhrt, da§ auch in den letzten Pfarren seit jenem vatikanischen Schreiben, das die Genehmigung in die Hand der Bischšfe gelegt hat (was in der Praxis zu einer generellen Freigabe fŸhrte), seither erstmals Ministrantinnen eingefŸhrt wurden. Bemerkenswerterweise hielten sich ohnehin schon zuvor nur noch Bruchteile der Kleriker an das vorher gŸltige Verbot, ja war die Frau im Altarraum zum alltŠglichen Bild geworden. Die Praxis schien ihnen somit nur Recht zu geben.

Die Diskussion zu dieser Angelegenheit - ohnehin sehr kurz und rudimentŠr -fiel dadurch auf, da§ sie erstaunlich arm an Argumenten war, die die Menschen von heute wirklich Ÿberzeugen konnten. Die meisten Menschen von heute dienen einer VerŠnderung zumeist ohne erklŠrten Willen, einfach, weil sie entwurzelt sind und deshalb VerŠnderungen kaum wahrnehmen kšnnen. Eine prŠgnante, leicht lesbare Zusammenfassung, wie sie Sinoir in seinem BŸchlein anbietet, hŠtte damals vielleicht gewisse Dienste leisten kšnnen, den normativen Druck des Faktischen zu verringern.

Auffallend bleibt dennoch, da§ diejenigen, die die ontologische Fundierung dieses Problems betont hatten, grš§tenteils auf všlliges UnverstŠndnis gesto§en waren. Dies ist das eigentlich ErschŸtternde an dieser Frage: Sie offenbart den immer grš§er werdenden Verlust des verstehensmŠ§igen Bezuges von Liturgie und Heil bzw. der Gnadenvermittlung durch Anschauung - und die Heilwerdung durch Erkenntnis Ÿber die Sinne. Und sie zeigt deshalb viel vom wahren Ausma§ der Krise des Glaubens, deren Auswirkungen bis hin zur geistigen Gesundheit me§bar sind. Der Irrtum der Nichtentsprechung von Inhalt und Form fŸhrt aber nicht nur zwangslŠufig zur steten Vergrš§erung der Kluft zwischen Sinnlichem und Wahrnehmung, sondern macht Glaubensweitergabe unmšglich und verhindert u.a. in diesem Falle eine Antwort auf eine vorliegende Berufung mangels Benennung einer zuvor nur unbewu§ten Identifikation.

Diese Frage ist zu einem weiteren PrŸfstein der Heilsverantwortung der Kirche geworden, denn sie berŸhrt ihre wahrhaftigen Grundlagen von der Botschaft der Fleischwerdung des Wortes. Deshalb kann das letzte Wort noch nicht gesprochen sein, so sehr es sich manche auch wŸnschen.
Nicht zuletzt aber handelt es sich bei der vorliegenden Arbeit um einen sehr leicht verstŠndlichen Beitrag zur Frage der Anthropologie, der Geschlechterrollen, und ist insoferne zu einer Zeit, wo auch in der ofiziellen pastoralen Arbeit die Ansicht einer wesentlichen Unbestimmtheit der Geschlechter immer mehr Raum gewinnt, ein hšchstnotwendiger Beitrag, der die Position des gesunden Menschenverstandes handfest untermauert.
Erlauben Sie mir noch einen Hinweis zur vorliegenden †bertragung aus dem Franzšsischen: Eine †bersetzung aus einer fremden Sprache geht in zwei Schritten vor sich. WŠhrend man sich in einem ersten Schritt um grš§te Redlichkeit durch Wšrtlichkeit bemŸht, um alle Inhalte hinter den Worten im Sinne des Autors zu bergen, gibt man diesen Inhalten in einem zweiten Schritt die kulturspezifische Form - der Text wird wieder zur Literatur. Diese †berarbeitung ist aus GrŸnden persšnlicher PrioritŠten noch immer nicht geschehen. Ich wei§ um manche Stellen, die deshalb inhaltlich weniger prŠzise sind, als sie der Autor M. Sinoir darstellte. Bitte sehen Sie mir das einstweilen nach.

8. Dezember 1995

Fortsetzung - 2. Teil

 
     
johannes
darstellung
ambrosius
sprache
EBERHARD
stimme
WAGNER
©
wort
   
 
Home  
   
 
         
         
Der Albatros ARS ACTU - Verein zur Fšrderung der KŸnste