DIE FRAGE DER ZULASSUNG DER FRAU ZUM ALTARDIENST

9. Schlu§folgerungen: Glaube und Liturgie


Die Art und Weise, in der ich die Frage der Zulassung von Frauen zum Altardienst behandelt habe, mag neu erscheinen, sie ist jedoch in Wahrheit traditionell. Sie ist nicht neu, wenn man die Lehre der Hl. Schrift und der Tradition Ÿber das Mysterium der Kircheim Plan Gottes, Ÿber den Platz der Frau im gšttlichen Plan, und Ÿber Maria betrachtet, das Vorbild jeder christlichen Frau, die wie die ganze Menschheit dazu berufen war, den gšttlichen Willen in Liebe anzunehmen (Lk. 1,37). Ich glaube, nichts gesagt zu haben, das im Widerspruch stŸndel zur Hl. Schrift, den Lehren der KirchenvŠter oder der verschiedenen liturgischen Vorschriften, die vom Lehramt verkŸndet wurden. Wenn ich den Eindruck erwecken konnte, die Dinge in einem neuen Licht zu sehen, so liegt das darin, da§ ich die gro§e, noch zu wenig bekannte Lehre der Tradition Ÿber die brŠutliche Liebe Christi zu seiner Kirche ans Licht bringen wollte, die angedeutet wird in der Liebe von Adam und Eva und verkŸndet durch die lange prophetische Tradition, die ins Hohelied und in die Apokalypse mŸndet. Das Problem des spezifischen Platzes der Frau in der Liturgie kann nur dann befriedigend gelšst werden, wenn man Maria betrachtet, das Urbild der Kirche, das ganz durchdrungen war von einer brŠutlichen Haltung als Dienerin des Herren (vgl. auch Johannes Paul II, Redemptoris Mater, 1987, Nr. 39). Die Lehre der Kirche steht im Dienst am Heil der Seelen. Sie wird sich nie den Launen der Moden und Sitten welcher Kultur auch immer beugen. Sie mu§ im Gegenteil jene lŠutern und korrigieren: Nur in der Wahrheit kann man sich heiligen und andere zur Heiligkeit fŸhren. Es scheint, da§ momentan ein gewisser Widerspruch in der marianischen Fršmmigkeit unserer Tage hervorbricht. Einerseits erleben wir eine mŠchtige Erneuerung unter dem Antrieb des heiligen Vaters, zur gleichen Zeit erheben sich Stimmen, die dazu aufrufen, Maria in allem nachzuahmen au§er im eigentlich Wesentlichen, im Leben, das mit Christus verborgen ist in Gott (Kol 3,3).

Stimmen, die die Frauen dazu verleiten, etwas anzustreben, was Maria niemals getan hat: In der Kirche typisch mŠnnliche, weil priesterliche Funktionen auszuŸben. Wenn also die Argumentation hierŸber einen Wert hat, so scheint es nicht vermessen zu behaupten, da§ die Antwort auf die Frae der Zulassung von Frauen zum Altardienst ein fundamentales Mysterium im Plan Gottes enthŸllt, das universell und daher verstŠndlich ist fŸr die Frauen und MŠnner aller Zeiten, aller LŠnder und aller Kulturen, die im Scho§ der Kirche sind.


Folglich ist diese Antwort auf eine Weise, die vom Lehramt prŠzisiert werden mu§, verbunden mit der Lehre der Kirche und dem kirclichen Recht, das daraus hervorgeht, wie dies auch Pius XII. in der Enzyklika Mediator Dei zum Ausdruck bringt: "Die Heilige Liturgie steht in inniger Verbindung mit den doktrinŠren Prinzipien, die von der Kirche als sichere Wahrheiten gelehrt werden." Ist es nicht eine dieser sicheren Wahrheiten, die die Offenbarung lehrt, da§ Gott den Menschen im Anfang als Mann und Frau erschuf (Gen. 1,27 und 2,22-23), jedoch seiner eigenen Bestimmung gemŠ§? Schlie§lich ist es die Ecclesiologie und die marianische Lehre des 2. Vatikanums, welche direkt aus den Quellen der Offenbarung schšpfen, die uns heute die tiefen GrŸnde besser erkennen lassen, warum der Altardienst der Frau nicht entspricht und ihr auch niemals erlaubt war.(55) In Wahrheit hat die Kirche der Frau von Anfang an in der Nachfolge ihres GrŸnders und in der Nachahmung Mariens eine erhabene privilegierte, fundamentale und unabkšmmliche Rolle der FŸrsprache, der Meditation, und des Empfangens vorbehalten, aber diese Berufung ist zum grš§ten Teil eine verborgene, wie das Leben des Kindes in seier Mutter verborgen ist. Dies ist die Rolle Mariens in der Kirche von Anbeginn an, eine Rolle, ohne die der priesterliche Dienst nur zu oft fruchtlos bleibt. Die Neuevangelisation wird, ebenso wie die erste Evangelisation, die die Apostelgeschichte beschreibt, nur dann Frucht bringen, wenn jedes Glied der Kirche seiner Berufung gemŠ§ handelt, an dem Platz, den Gott selbst fŸr jeden und fŸr jede von uns vorgesehen hat.

Michel Sinoir (56)

Priester der Dišzese von Paris


(55) In der Enzyklika Mediator Dei erklŠrt Pius XII., da§ die Kirche und die PŠpste es nicht versŠumtenh, bei ehrwŸrdigen, seit der Antike Ÿberlieferten Riten um Erleuchtung zu flehen, wenn sie zweifelhafte und kontroversielle Wahrheiten diskutierten. Pius XII. zitiert das von Indiculus' De Gratia Dei Ÿbernommen Axiom, nach dem es nštig ist, da§ "das Gesetz des Gebetes das Gesetz des Glaubens festige" (DS 246 - FC 537) "Legem credendi lex statuat supplicandi". Also hat die Liturgie keine eigene und absolute AutoritŠt, um den Glauben zu bestimmen, aber sie ist ihm untergeordnet und abhŠngig vom Lehramt der Kirche (vgl. SC 22, ¤ 1), welches einzig und allein von seinem GrŸnder beauftragt ist, die Glaubenslehre der Kirche zu definieren. Pius XII. fŸgt hinzu: Wenn man in einer absoluten und generellen Weise die Beziehung zwischen Glaube und Liturgie erkennen und bestimmen will, so kann man sagen: Das Gesetz des Glaubens mšge das Gesetz des Gebetes festigen (Lex credendi legem statuat supplicandi.) Das Faktum, da§ die Kirczhe der Frau niemals den Altardienst erlaubt hat, drŸckt also eine sichere Wahrheit aus, die verbunden ist mit der Lehre der Kirche Ÿber die Berufung von Mann und Frau im Plan Gottes. Eine verfŠlschte liturgische Praxis, ob aus NaivitŠt oder mit einer verborgenen perversen Intention, fŸhrt unausweichlich zu einer VerfŠlschung des Glaubens. Umgekehrt bringt auch ein wenig erleuchteter, mit IrrtŸmern vermischter Glaube verheerende Manipulationen der Liturgie mit sich. Man mšge in diesem Sinne die wunderbaren Abschnitte des KKK Ÿber die Liturgie - Werk der Hl. Dreifaltigkeit (KKK 1077 - 1112) wieder einmal durchgehen. Daraus folgt, da§ gemŠ§ der gšttlichen PŠdagogik des Heiles die Bedeutung der liturgischen Zeichen und Symbole zuallererst im Schšpfungswerk wurzelt und da§ eine wahre, menschliche Kultur nicht im Gegensatz zum Werk Gottes stehen kann (vgl. KKK 1145).
(56) Adresse: 3 bis, rue des Vignobles, F-53390 Saint Aignan-sur-Roe.

Fortsetzung - 12. Teil

 
     
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