DIE FRAGE DER ZULASSUNG DER FRAU ZUM ALTARDIENST

6. Drei sehr bedeutsame Texte


So wie man beim Studium der Lehre von der ErbsŸnde nicht nur von den Geisteswissenschaften, sondern von der Lehre der Kirche zu diesem Mysterium des Glaubens ausgehen mu§, so kann man auch die Frage nach dem Platz der Frau in der Liturgie nicht beantworten, ohne zuvor vom allgemeinen Problem der Berufung der Frau im Plan Gottes und in der Kirche auszugehen. Von den Sitten und Moden der zerbrechlichen Gesellschaft auszugehen, mu§ immer in Sackgassen enden. Stattdessen mu§ man vom Mysterien der Schšpfung, Mariens und der Kirche ausgehen.(25 bis)


a. Ein Text des Hl. Epiphanus (315 - 403)


Dieser Text formuliert ein fundamentales Prinzip: "Wenn die Frauen im Neuen Testament berufen worden wŠren, das Priesteramt auszuŸben oder ein kanonisiertes Amt zu bekleiden, dann hŠtte die priesterliche Funktion zuallererst Mais anvertraut werden mŸssen. Aber Gott hat darŸber anders entschieden. Was den Stand der Diakonissinnen betrifft, so ist er, wenn er in der Kirche existiert, nicht eingerichtet woren, um eine priesterliche Funktion oder irgendeinen anderen Dienst dieser Art zu erfŸllen."(26)


b. Erster Text des Hl. Thomas von Aquin (1225 - 1274)


"Auch wenn man an einer Frau alle Zeremonien der Priesterweihe durchfŸhren wŸrde, so wŠre sie nicht Priester," (27) sagt er, weil die gesetzten Handlungen nicht nur die essentielle RealitŠtdes Sakraments (res sacramenti) hervorbringen mŸssen, sondern diese auch versinnbildlichen mŸssen (significatio rei) Es ist klar, da§ es in der Schšpfung Adam, der Mann, und nicht die Frau Eva ist, die im voraus Christus, das Oberhaupt ankŸndigt und symbolisiert. Eva, so sagt sehr schon das Dictionnaire De SpiritualitŽ (IV, 1778), symbolisiert im menschlichen Paar die Haltung, die die Kreatur vor Gott einnehmen soll. In diesem Sinne, so sagt Johannes Paul II., wird das Weibliche zum Symbol alles Menschlichen. (28)


"Dein Schšpfer ist Dein BrŠutigam," sagt schon Jesaja 54/5. Es ist dieses brŠutliche Geheimnis, das man unter dem heutzutrage so schwer fa§baren Satz des Hl. Thomas versteht: "Die Frau ist im Stand der Unterordnung," so wie dies die gesamte Schšpfun, die MŠnner mit eingeschlossen, sein soll im Hinblick auf Gott, und dies schon vor dem SŸndenfall. Paulus prŠzisiert, da§ sich Mann und Frau einander unterordnen sollen (Eph. 5,21), aber der eine nach der mŠnnlichen Art Christi, des BrŠutigams, die andere in weiblicher Weise wie die Kirche als Braut. Dieses Mysterium der Unterordnung und des Gehorsams der Ganzen Schšpfung gegen Gott, gemŠ§ seiner Ordnung, ist die Voraussetzung fŸr den Empfang der Gnaden der Erlšsung. War nicht Christus selbst, der als erster und genauso wie die Menschen, gehorsam bis zum Tode (Phil. 2,8) und als Kind seinen Eltern untertan? (Lk 2,51) In dieser Beziehung ist es unmšglich, sich auf die Gesellschaft zu beziehen.


c. Zweiter Text des Hl. Thomas von Aquin


Thomas bringt das Beispiel der Debora (Richter 4-5), die in Israel Richterin war. Der Hl. Thomas sagt sehr klar: "Debora war in wellichen Dingen Ÿberlegen (in temporalibus), aber nicht in Bezug auf das Priestertum (non sacerdotalibus). So kšnnen auch heute Frauen in der irdischen Ordnung dominieren." (29) (Summa Theologica, Anhang, Q. 39, Art. 1c) Er schreibt anderweitig: "Was die Seele angeht, gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Und manchmal findet man eine Frau, die in ihrer Seele besser ist als viele MŠnner." (30) Dies ist der Fall bei den Heiligen Frauen des Evangeliums am Fu§e des Kreuzes, wŠhrend die Apostel flohen, oder bei der Hl. Jeanne dÕArc, die viel "mŠnnlicher" war als Charles VII., oder bei der Hl. Klothilde und Clovis. Aber keiner dieser Frauen wurde das Priestertum anvertraut, und keine hat danach verlangt. Die Anwesenheit von Ministrantinnen im Sanktuarium erscheint daher wie eine FlŠlschung des von Gott gewollten und der Kirche eigenen Symbolismus. Im Eigentlichen ist es eine Inkongruens, etwas, das nicht angemessen ist (im Terminus Technicus der Theologen nicht >de congruo<) und das gegen die Natur und Struktur der von Jesus, dem Sohn Gottes, gegrŸndeten Kirche zu sein scheint.


Anmerkungen


(25 bis) "Vielleicht ist es opportun, hier daran zu erinnern, da§ die ekklesiologischen und sakramentaltheologischen Probleme, vor allem dann, wenn sie, wie das hier der Fall ist, das Priestertum betreffen, ihre Lšsung nur im Licht der Offenbarung finden kšnnen. So kostbar die menschlichen Wissenschaften auf ihren Gebieten sein mšgen, kšnnen sie hier doch nicht ausreichen, weil sie die Wahrheiten des Glaubens nicht erkennen kšnnen Der ŸbernatŸrliche Inhalt derselben entzieht sich ihrer Kompetenz." (Inter Insigniores, VI)
(26) Adversus haereses, Buch III, Tome II, haeresia 79, Gegen die Collyridier, ¤ 3; Patrologie grecque (=PG) 42, 743-746
(27) "Etsi mulieri exhibeantur omnia quae in ordinibus fiunt, ordinem non suscipit" (s. th. III, q. 39, a. 1)
(28) Johannes Paul II. behandelt in der Nr. 25 seiner Enzyclika Mulieris dignitatem die "symbolische Dimension" des gro§en Mysteriums (Eph. 5, 23), das Geheimnis der brŠutlichen Liebe zwischen Christus und seiner Kirche. Er schreibt: "So wird das >Braut-Sein< und damit das >Frauliche< zum Symbol alles >Menschlichen<.Zu dieser Frage vergleiche auch Sedes Sapientiae, Nr. 33, S. 36-46
(29) "Debora praefuit in temporalibus, non in sacerdotalibus, sicut et nunc mulšieres possunt temporaliter dominari" (S.th., Supplement, q. 39, a. 1) Wie man wei§, gibt es ein Problem mit der AuthenzitŠt dieses Anhangs, aber er erscheint in der offiziellen..leonischen Ausgabe im Band XII., die ich hier zitiere. Der Wert des Arguments wird davon nicht betrofften.
(30) "In his quae sunt animae mulier non differt a viro; cum quandoque mulier inveniatur melior quantum ad animam multis viris" (IV. Sent., qu. 25, a. 1, qa 2)

Fortsetzung - 9. Teil

 
     
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