Sprechunterricht

Die Sprache, die Stimme, die Art zu sprechen, ja alles was ein Mensch darstellt, tŠuscht nie - jeder Mensch in all seinen Werken ist eine pausenlose Aussage. Aber nicht alles Faktische ist einfachhin gut. Man hat sich an vieles blo§ gewšhnt. Jedem Sprechen entspricht au§erdem eine komplexe, immer einen Rest geheimnisvolle innere und Šu§ere Situation, die nicht einfach in Technik aufzulšsen ist.

Ich erkläre Ihnen also nicht, wie sie herumschwirrende Energien anzapfen, mit sich und der Welt und deren Urgrund in paradiesischer Harmonie leben, oder einfach nur noch entspannt sind, im Irrglauben, sie seien dann am natŸrlichsten. Ich werde Ihnen auch keine Methoden oder Tips an die Hand geben, wie Sie in fŸnf Monaten eine Persönlichkeit werden. Nein, ich werde keine Weltanschauung auf ZuckerwŸrfel getropft verabreichen, oder eine solche verlangen, weil Sie sonst nie zu sprechen lernten.

Was ich fŸr Sie tun kann ist: dazu beitragen, daß sie manchen Ballast und falschen Erwartungsdruck abwerfen. Denn es ist eine Zeitkrankheit, von der Umwelt unerfŸllbare Bedingungen auferlegt zu bekommen, die man immanentisiert - und dann daran festfriert. Ganz sicher kann ich auch helfen, da§ Sie spezifische, ortsŸbliche, oder nur individuelle sprachliche und sprechtechnische Unarten und Gewohnheiten ablegen. Au§erdem  fšrdert die  Befassung mit dem Sprechen jenen Ernst, aus dem notwendige Grundspannung beim Sprechen, und in RŸckwirkung generell ersteht. Ich kann Ihnen dazu verhelfen, da§ Sie sich ihrer vom Handwerk her so sicher sein kšnnen, da§ Sie es leichter wagen, situationsgerecht und als Sie selbst, in ihrer Rolle, zu sprechen. Und au§erdem macht Sprechen ... FreudeEberhard Wagner (Bild-Copyright: Martin Hesz).

Aber es gibt keine "guten" Sprecher, also kann ich Sie nicht dazu "machen"! Es gibt interessante Sprecher, von Unarten weitgehend freie, es gibt geeignete, ja es gibt (selten, und meist nur halbe) KŸnstler, deren Darstellung im Sprechen liegt. Es gibt aber auch schlicht ungeeignete Aufgaben, oder: jetzt ungeeignete, es gibt GeschmŠcker, situative €sthetiken, und es gibt nicht zuletzt jede Menge schlechter Texte, die gutes Sprechen regelrecht demaskiert. Manche Dinge beim Sprechen sind au§erdem nicht beherrschbar (am allerwenigsten bei denen, die das glauben), vieles kann man sogar blo§ nicht verhindern, und manche Unarten (ich denke hier an CharakterzŸge) kann keine Sprechstunde der Welt beheben. Damit mu§ man leben - eines Sprechen verrŠt alles, und jedem. Was man zu wissen meint ist weit kleiner als das, was die Sinne an EindrŸcken zulassen.

Aber viele sprechtechnische Unarten kann man eben doch beseitigen, und manches, auch am Vortrag, kann man tatsŠchlich einfach lernen, mu§ einem einfach mal gesagt oder gezeigt werden.

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Nur: leben, das mŸssen Sie freilich weiterhin selbst.

Verwendete Unterlagen: Egon Aderhold - Sprecherziehung

 

 
     
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