Karl Fischer, 1922-1944
 
 
Ein Grafschafter Leben
 
 

Von allen Seiten als herzensguter, ruhiger Mensch beschrieben, lie§ er sich auch durch Šu§eren Druck nicht davon abbringen, Woche fŸr Woche die Kirchenzeitung auszutragen. Immer wieder kam er dabei blutiggeschlagen nachhause: Die HJ hatte ihm aufgelauert und ihn dann verprŸgelt. Dennoch ging er wieder ...

Nie werde ich die gro§en, traurigen Augen auf der einzigen Aufnahme vergessen, die von ihm existiert, und die meine Mutter in ihrem Schuhkarton, dem BehŠltnis fŸr die vielen Photos, die sich im Laufe des Lebens angesammelt haben, aufbewahrt: Wo er als junger Matrose abgebildet ist.

1944 wurde sein Schiff in der €gŠis versenkt. Im letzten Moment rettete er den KapitŠn, schlug sich daraufhin wie viele andere zu Fu§ durch das von Partisanen bedrohlich gehaltene Jugoslawien in die Heimat durch. Was hie§: TagsŸber versteckt halten, nachts marschieren, als ErnŠhrung nur was die Natur bot. Dort stellte man ihm frei: Neuerlicher Marinedienst in Kiel, oder Abwehrkampf an der der Heimat bereits gefŠhrlich nahegerŸckten Front. Er entschied sich fŸr die Ostfront. Wenige Monate spŠter, Ende 1944, wurde seine Schwester, meiner Mutter Magdalena der "Fischer Magda", Krankenschester im Glatzer Lazarett, der ersten Versorgungsstation fŸr die von der Ostfront her durchfahrenden VerwundetenzŸge, heimlich des Nachts ins Lazarett geholt. Man wollte der Mutter, Agnes Fischer, den Schmerz nicht gleich zumuten: Erst der Mann Heinrich, gleich darauf der Šlteste Sohn.

Karl lag, als meine Mutter einlangte, kaum bewegungsfŠhig da. Ein Halsdurchschu§ hatte ihn sofort rechtsseitig gelŠhmt. Nach wenigen Tagen weitete sich die LŠhmung auch auf die linke Seite aus. Und er verstarb.

 
   

r. i. p.

 

 
     
johannes
darstellung
ambrosius
sprache
EBERHARD
stimme
WAGNER
©
wort
   
 
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