Von allen
Seiten als herzensguter, ruhiger Mensch beschrieben, lie§
er sich auch durch Šu§eren Druck nicht davon abbringen, Woche
fŸr Woche die Kirchenzeitung auszutragen. Immer wieder kam
er dabei blutiggeschlagen nachhause: Die HJ hatte ihm aufgelauert
und ihn dann verprŸgelt. Dennoch ging er wieder ...
Nie werde
ich die gro§en, traurigen Augen auf der einzigen Aufnahme
vergessen, die von ihm existiert, und die meine Mutter in
ihrem Schuhkarton, dem BehŠltnis fŸr die vielen Photos, die
sich im Laufe des Lebens angesammelt haben, aufbewahrt: Wo
er als junger Matrose abgebildet ist.
1944
wurde sein Schiff in der €gŠis versenkt. Im letzten Moment rettete
er den KapitŠn, schlug sich daraufhin wie viele andere zu Fu§
durch das von Partisanen bedrohlich gehaltene Jugoslawien in
die Heimat durch. Was hie§: TagsŸber versteckt halten, nachts
marschieren, als ErnŠhrung nur was die Natur bot. Dort stellte
man ihm frei: Neuerlicher Marinedienst in Kiel, oder Abwehrkampf
an der der Heimat bereits gefŠhrlich nahegerŸckten Front. Er
entschied sich fŸr die Ostfront. Wenige Monate spŠter, Ende
1944, wurde seine Schwester, meiner Mutter Magdalena der "Fischer
Magda", Krankenschester im Glatzer Lazarett, der ersten
Versorgungsstation fŸr die von der Ostfront her durchfahrenden
VerwundetenzŸge, heimlich des Nachts ins Lazarett geholt. Man
wollte der Mutter, Agnes Fischer, den Schmerz nicht gleich zumuten:
Erst der Mann Heinrich, gleich darauf der Šlteste Sohn.
Karl lag, als meine Mutter einlangte, kaum bewegungsfŠhig da.
Ein Halsdurchschu§ hatte ihn sofort rechtsseitig gelŠhmt. Nach
wenigen Tagen weitete sich die LŠhmung auch auf die linke Seite
aus. Und er verstarb. |
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