Der FlŸgelschlag des Schmetterlings ...FORTSETZUNG // BegrŸ§ung II

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FAQ - Technische Hinweise

Oder ist alles nur Bluff? Denn dazu verleitet ja so eine Homepage, schon gar in diesen Gewerben. Denen allzu oft Menschen zugerechnet werden, deren ganzes Sinnen und Trachten nur noch in der AusschmŸckung ihrer Existenz eben ãalsÒ besteht, in der sich QualitŠt und Arbeitsinhalt lŠngst durch ãProminenzÒ ersetzt findet. Wo doch Formempfinden das einzige Kriterium des KŸnstlers sein mŸ§te.

Sie finden mich ratlos: Eingeklemmt zwischen FŸhlen - und Gedanken an vermeinte Anforderungen. Und gepeinigt von diesem grš§enwahnsinnig anmutenden Anspruch, da§ meine Lebensaufgabe sein kšnnte, darzustellen, zu sagen, was ich denke, empfinde, es herauszustellen, pars pro toto.

Denn: ãMehr sein als scheinen!Ò Ð von Kindheit an hat mir das meine Mutter als Rat mitgegeben. Oft habe ich gemeint, sie dafŸr korrigieren zu mŸssen, denn es geriet in offensten Konflikt mit diesem ãfrechenÒ Anspruch: Die Gegenwehr ging von ãman mu§ mehr scheinen als sein, um sein kšnnen zu kšnnen, was man istÒ bis zum vergeblichen BemŸhen, Scheinen mit dem Sein in †bereinstimmung bringen zu wollen

Heute habe ich zunehmend begriffen, da§ alles das gleichgŸltig ist, da§ es auf ganz Anderes ankommt, da§ erst am Schlu§ abgerechnet wird, einmal, vor dem Lieben Gott. Und da§ man wagen kann, ja: MUSZ, zu sein, der man ist Ð und dies dabei všllig offen zu lassen. Da§ es bei allem aber ein gehšrige Portion Humor braucht, und Langmut, den Dingen der Welt gegenŸber. Denn wenn Hegel schon nicht in allem recht hat, so doch darin, davon auszugehen, da§ das Sein die Welt trŠgt, und da§ es kein nachhaltiges Scheinen ohne Sein gibt. Da§ das wahre Problem nur die Deutung ist, die Interpretation, die Abstraktion, und da§ aller Wirrwarr nur entsteht, weil man Teile fŸr das Ganze nimmt, oder umgekehrt, da§ Alles schlicht das Ganze sei.

In der Deutung Ð da liegt die LŸge, und da liegt die Wahrheit. Sie erst macht aus Daten Fakten, sie erst konstituiert sohin Welt (was als ontologisches Argument wiederum mi§verstanden wŠre. Oder: legt die Quantenphysik nicht doch andere SchlŸsse nahe?) Wo immer die Kunst diese Freiheit des Betrachters einzuschrŠnken drŠngt, verliert sie sich selbst, verliert sie ihr Kunstsein. Und genau dort verliert der KŸnstler auch sein KŸnstlersein, dort verrŠt er sich. Gerade heute ist das eine so immense Gefahr, weil es so leicht ist wie nie, die Menschen zu etwas zu bringen, weil niemand niemandem mehr etwas glaubt, und weil keiner mehr den Mut zu dem hat, was er wirklich mit den Sinnen wahrnimmt.

Schiller schreibt einmal, da§ den KŸnstler vom Dilettanten unterscheidet, da§ er das bei einer Wahrnehmung GefŸhlte auch fŸr den Betrachter fŸhlbar machen kann. Das setzt aber eine ans IdentitŠtslose grenzende Absichtslosigkeit voraus, die die Empfindung doch durch ein starkes Ich durchtrŠnkt neu gestaltet und damit schafft. Letzteres hat mit Talent und Begabung zu tun. Denn, im Reich der Ideen, der Formen zuhause, ist dem KŸnstler alles Bezug auf Formvollendung. Nicht mehr. Und nicht IdentitŠtslosigkeit ist sein Los, sondern MetaidentitŠt, UniversalitŠt. Aber nur er hat den Kompa§, der nur richtig anzeigt, wenn alles Teilhafte, Unvollkommene aufgegeben wurde.
Ob das bei mir, ob das hier erfŸllt ist? Am JŸngsten Tag werde ich es wissen. Wo fŸr alle gleich gewogen wird, ob eines Leben, eines Taten, die FŸlle der Anschauung erreicht hat, fŸr die es bestimmt war.

Einstweilen bleibt mir nur das Hoffen. Und das Kreuz, in aller Unvollkommenheit, stŠndig am Scheitern, mit dem Wenigen, das man an Begabung hat, weitergehen zu M†SSEN. Soda§ es durchaus wie ein ãVerhŠngnisÒ scheint Ð im wahrsten Sinne: verhŠngtes Schicksal also Ð immer wieder diese Bezeichnungen zu belassen. Als Bezeichnung meines Tuns ãfŸrÒ andere, am Weg zu jener †bereinstimmung, wo Sein und Interpretation des Seienden sich endgŸltig decken.

Nehmen Sie diese Seiten, in ihrer heutigen Verfassung, also bitte genau so. Als nŠchsten Versuch der NŠherung zu einem gŸltigen Selbstportrait.

In jedem Fall hoffe ich, da§ Sie Gewinn und ein Mehr an Freiheit aus diesen Seiten ziehen.

Eberhard Wagner

Wien, am 13. Februar 2009

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